Corona: Fake-News vom Jagdpräsidenten

18.03.20
UmweltUmwelt, News 

 

Von Wildtierschutz Deutschland

Im Hinblick auf eine möglicherweise noch zu verhängende Ausgangssperre im Rahmen der Corona-Krise fordert der Präsident des Deutschen Jagdverbands (DJV) in einem „Eil-Brief“ an die MinisterInnen Klöckner (Landwirtschaft), Spahn (Gesundheit) und Seehofer (Innenminister) eine Sonderbehandlung für Jäger. Die Jagd sei „systemrelevante Daseinsvorsorge“ für die Landwirtschaft und reduziere das Risiko der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland sieht das naturgemäß etwas anders: „Tatsache ist wohl, dass es weder haltbare Belege dafür gibt, dass Wildtiere überhaupt volkswirtschaftlich relevante Schäden in der Landwirtschaft verursachen, noch ist es so, dass die Gesamtschäden im Rahmen der Jagd überhaupt reduziert werden. Wenn der Präsident des Deutschen Jagdverbandes in diesem Zusammenhang von „systemrelevanter Daseinsvorsorge“ für die Landwirtschaft spricht oder vom Schutz vor großen Ernteausfällen, grenzt das unseres Erachtens an Volksverdummung.“

In seinem letzten öffentlichen Bulletin aus dem Februar stuft das Friedrich-Loeffler-Institut das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zwar als hoch ein, es wird dort aber nicht – wie der DJV das Institut zitiert - vor der Einschleppung durch Wildschweine gewarnt, sondern vor dem Mitbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch aus betroffenen Gebieten. Wildtierschutz Deutschland ist davon überzeugt, dass die bundesweit nicht waidgerechte Jagd auf Wildschweine keineswegs „im Kampf gegen die Ausbreitung der ASP“ hilft, sondern die Ausbreitung letztlich sogar fördern wird.

Das Schreiben des DJV hat genau den tendenziösen, dreisten und sich selbst überschätzenden Tenor, den man aus dem Hause der Jagdlobbyisten kennt, und der leider von vielen Jagd- und auch Veterinärbehörden bis hinein in die Ministerien getragen wird.

Wildtierschutz Deutschland lehnt jegliche Sonderbehandlung für Jagdausübungsberechtigte im Rahmen der Corona-Krise ab.

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Eil-Brief des DJV  

Radar-Bulletin des Friedrich-Löffler-Instituts, Februar

Stellungnahme Prof. Dr. Dr. Herzog zur ASP

 

 

Über Wildtierschutz Deutschland e.V. – www.wildtierschutz-deutschland.de

Wildtierschutz Deutschland wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem für die Abschaffung einer Jagd ein, die weder ökologisch noch epidemiologisch einen Sinn ergibt. Außerdem engagieren wir uns für die Aufnahme, Versorgung und Auswilderung von in Not geratenen Wildtieren.







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