Erneuter Tierskandal: Nach Schock-Bildern aus Tierversuchslabor fordert PETA Schaffung eines eigenen Tierschutzministeriums


16.10.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, TopNews 

 

Tierrechtsorganisation: „Stellenwert unserer Mitgeschöpfe muss erhöht werden“

Von PETA

In den vergangenen Tagen veröffentlichten die Süddeutsche Zeitung und das ARD-Magazin „Fakt“ Bildmaterial aus einem der größten deutschen Auftragslabore für Tierversuche Erstellt wurden die Aufnahmen aus dem „Laboratory of Pharmacology and Toxicology“ (LPT) in Mienenbüttel von den Organisationen SOKO Tierschutz und Cruelty Free International, die von Dezember 2018 bis März 2019 Einblick in die Abläufe des Labors nehmen konnten. Neben grausamen Vergiftungsversuchen an Tieren wie Hunden, Katzen und Affen konnte auch extreme Gewalt durch Mitarbeiter des Labors dokumentiert werden – ein Mitarbeiter schlug einen Affen beispielsweise absichtlich gegen eine harte Türkante. Schon in den vergangenen Monaten und Jahren wurden immer wieder gravierende Missstände und Tierquälereien vor allem in Schlachthöfen und landwirtschaftlichen Betrieben durch Tierschützer aufgedeckt. Behördliche Kontrollen konnten in keinem der aufgedeckten Fälle das Tierleid verhindern. Anlässlich des erneuten gravierenden Falls von Tierquälerei fordert PETA nun die Schaffung eines eigenen Ministeriums für Tierschutz. Dadurch würde das Thema den notwendigen Stellenwert in der Gesellschaft erlangen. Zudem würden Kompetenzen gebündelt und erweitert sowie die Lobbyverflechtungen im derzeit zuständigen Landwirtschaftsministerium zurückgedrängt.

„Im Bundeslandwirtschaftsministerium und im Agrarausschuss des Bundestages werden vor allem die Interessen der Tiernutzer vertreten, aber nicht die Belange der Tiere. Da es sich um unsere Mitgeschöpfe, um fühlende Lebewesen handelt, ist die Etablierung eines eigenen Ministeriums, das ausschließlich ihre Rechte und ihren Schutz zur Aufgabe hat, längst überfällig“, so Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA. „Es ist kein Geheimnis, dass im Landwirtschaftsministerium und im Agrarausschuss die Lobbyisten jener Branchen das Sagen haben, die Tiere aus Profitgründen ausbeuten und ihnen schlimmes Leid zufügen.“
 

Hintergrundinformationen
Die im April 2019 vom NABU veröffentlichte Studie „Verflechtungen und Interessen des Deutschen Bauernverbandes“, erstellt vom Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) der Universität Bremen, zeigt den maßgeblichen Einfluss der Agrarlobby auf die Bundesregierung [1]. Demnach haben über die Hälfte der Unionsmitglieder im Agrarausschuss des Bundestages auch einen Posten im Deutschen Bauernverband. Im Agrarausschuss werden sämtliche wichtigen Entscheidungen im Tierschutzbereich getroffen. Initiativen für bessere Tierschutzgesetze werden regelmäßig abgelehnt. Schon 2013 kam die Studie „Die Vernetzung der Agrarindustrie und Agrarpolitik in Deutschland“ [2] im Auftrag der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu dem Ergebnis, dass „insbesondere die großen und größten Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft über eine ausgeprägte Repräsentanz in den Parlamenten und anderen Gremien der politischen Entscheidungsfindung verfügen“. Über den Deutschen Bauernverband heißt es: „Seine zentrale Position in der Gestaltung bundesdeutscher Agrarpolitik und der Interessenvertretung ist […] unbestritten.“

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Obwohl die tierfreie Forschung bislang nur unzureichend gefördert wird, gibt es bereits zahlreiche innovative und erfolgreiche tierfreie Testmethoden. Die Tierrechtsorganisation macht sich dafür stark, dass Tierversuche verboten und durch humane, moderne Forschungsmethoden ersetzt werden. PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) der Universität Bremen: „Verflechtungen und Interessen des Deutschen Bauernverbandes“ (2019). Online unter: https://www.nabude/imperia/md/content/nabude/landwirtschaft/agrarreform/190429-studie-agrarlobby-iaw.pdf
[2] Heintz, Veikko (2013): „Die Vernetzung der Agrarindustrie und Agrarpolitik in Deutschland“.
 

Weitere Informationen: PETA.de/Politiker PETA.de/Undercover-bei-Bundestagsabgeordneten







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