34 Jahre Uranfabrik Gronau: Wirtschaftsminister Pinkwart soll die Anlage sofort stilllegen!


Kundgebung an der Gronauer Urananreicherungsanlage, 4.8.2019; Foto: GAL Gronau

16.08.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Von GAL Gronau

Anlässlich des 34. Jahrestages der Inbetriebnahme der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau hat die parteiunabhängige Grün Alternative Liste (GAL) Gronau am Donnerstag (15. August 2019) in einem Schreiben an NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart ihre Forderung nach der sofortigen Stilllegung der umstrittenen und hochgefährlichen Anlage bekräftigt. Damit unterstützt die GAL Gronau auch die Forderung nach der sofortigen Stilllegung der Anlage, die mit Nachdruck vor wenigen Tagen während einer Kundgebung am 4. August 2019 vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, vom BBU, von IPPNW, von ICAN, von der DFG-VK sowie von weiteren Organisationen an der Urananreicherungsanlage vorgetragen und unterstützt wurde.

In dem Schreiben an Minister Pinkwart betont die GAL Gronau: „Als Wirtschaftsminister des Landes NRW liegt die Atomaufsicht in Ihrer Hand. Es liegt in Ihrer Hand, weitere Störfälle in der Anlage zu verhindern, die weitere Atommüllproduktion in Gronau zu verhindern und den weiteren Umgang mit der hochbrisanten Zentrifugentechnik zu unterbinden. Wiederholt wurde in Rechtsgutachten festgestellt, die u. a, von der ehemaligen Bundesumweltministerin Frau Barbara Hendricks in Auftrag gegeben wurden, dass die Urananreicherung in Gronau rechtssicher beendet werden kann. Und da Ministerpräsident Laschet vor dem Weiterbetrieb der belgischen Atomkraftwerke warnt, die auch mit angereichertem Uran aus Gronau betrieben werden, und die Entsorgung des Gronauer Atommülls weiterhin ungelöst ist, wäre die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage ein konsequentes Zeichen.“

Die GAL Gronau, die sich schon seit ihrer Gründung intensiv gegen den Weiterbetrieb der Gronauer Urananreicherungsanlage engagiert, hat in ihrem Schreiben an Minister Pinkwart auch acht konkrete Fragen gestellt.

So möchte die GAL Gronau wissen, wohin das abgereicherte Uranhexafluorid verbracht wurde, dass am 29. Juli 2019 mit einem Sonderzug die Gronauer Uranananreicherungsanlage verlassen hat und welche Menge abtransportiert wurde. Zudem fragt die GAL, wieviel abgereichertes Uranhexafluorid sich aktuell (Stichtag 15.8.2019) in dem Freilager neben der Gronauer Urananreicherungsanlage befindet.

Weiterhin fragt die GAL Minister Pinkwart, ob er es für vertretbar hält, dass die ganze Anlage sowie das Freilager mit abgereichertem Uranhexafluorid lediglich durch Maschendraht vor der Witterung, vor möglichen Anschlägen und vor möglichen (gezielten) Flugzeugabstürzen gesichert wird – und damit faktisch ungesichert ist.

Weil das erste abgereicherte Uranhexafluorid in Gronau bereits 1985 angefallen ist, fragt die GAL weiterhin: „Liegt noch abgereichertes Uranhexafluorid aus den 80er und 90er Jahren in den Containern im Gronauer Freilager oder anderswo, z. B. in Russland?“ Und: „Wurden und werden für die Lagerung des abgereicherten Uranhexafluorids in Gronau nur jeweils neue Container genutzt und wie lange dürfen die Container, die im Freilager allen Witterungen ausgesetzt sind, genutzt werden?“

Abschließend fragt die GAL: „Wer überwacht firmenunabhäng die Sicherheit der Container und wer entscheidet, wie lange die jeweiligen Container konkret neben der Urananreicherungsanlage im Freilager (oder z. B. in Russland) gelagert werden dürfen?“ Und: „Wie lange dürfen die Container nach Herstellung bzw. Erstbefüllung als Transportbehälter genutzt werden und wer entscheidet, wann diese „ausgemustert“ werden müssen?“

Die GAL Gronau hofft, dass Minister Pinkwart zeitnah antworten wird.

Mitglieder der GAL Gronau werden sich am 1. September (Antikriegstag) wieder an dem Sonntagsspaziergang an der Gronauer Urananreicherungsanlage beteiligen, der traditionell seit Ende 1986 immer am ersten Sonntag im Monat stattfindet.







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