Nach Explosion und Brand in Brennelementefabrik Lingen:


Bildmontage: HF

12.12.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen, TopNews 

 

Morgen (Donnerstag), 16 Uhr Mahnwache Bahnhof Lingen "Genug ist genug – Brennelementefabrik jetzt stilllegen"

Von BBU

Der Elternverein Restrisiko Emsland, der Arbeitskreis Umwelt Schüttorf, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der BUND Emsland sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) rufen für den morgigen Donnerstag, um 16 Uhr zu einer Protestmahnwache vor dem Bahnhof in Lingen auf. Anlass sind die Explosion und der folgende Brand in der Brennelementefabrik Lingen letzte Woche. Unter dem Motto "genug ist genug" fordern sie eine umfassende Aufklärung des gravierenden Störfalls und die endgültige Stilllegung der seit Jahren bundesweit umstrittenen Atomanlage. Zusammen mit weiteren meldepflichtigen Ereignissen in den letzten Wochen ergibt sich das Bild, dass die 40 Jahre alte Brennelementefabrik inzwischen altersschwach und nicht mehr im ausreichenden Maße sicherheitstechnisch betriebsfähig ist.

"In den letzten Tagen hat der Betreiber der Brennelementefabrik, die französische Framatome/ANF, nur sehr scheibchenweise über die wahren Vorgänge bei dem Störfall informiert. Wird noch immer etwas verschwiegen? Liegt derzeit tatsächlich die gesamte Brennelementefabrik still? Auch die Stadt Lingen hat nichts zur Aufklärung beigetragen.

Stattdessen wurde seitens der Stadt sogar versucht, eine Mahnwache vor dem Rathaus zu verhindern. Wir fordern deshalb, dass es eine unabhängige Untersuchung zu dem Brand geben muss, die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernimmt und die Atomanlage von Framatome dauerhaft geschlossen wird– für die Brennelementefertigung kann es in Lingen in Zeiten des Atomausstiegs keine Zukunft geben," so Gerd Otten vom Elternverein Restrisiko Emsland.

Otten bittet die Teilnehmer der Mahnwache, gelbe oder orangene Warnwesten mitzubringen, um auch visuell den Protest deutlich zu machen.

"Seit Jahren beliefert Lingen vor allem die störanfälligsten Atomkraftwerke im benachbarten Ausland – von den belgischen Rissereaktoren Tihange und Doel bis zu den französischen Pannenmeilern Fessenheim und Cattenom. Auch im Koalitionsvertrag in Berlin wird ein Exportstopp für Brennelemente anvisiert. Nun erweist sich die Brennelementefabrik selbst als enorme Gefahrenquelle für die Region.

Niedersachsens Umweltminister Lies und Bundesumweltministerin Schulze müssen jetzt die Konsequenzen ziehen und die Atomanlage endgültig stilllegen, da der Betrieb nicht mehr zu verantworten ist," ergänzte Christina Burchert vom Arbeitskreis Umwelt Schüttorf.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen und der BBU erwarten, dass bei dem Atomgipfel nächsten Dienstag im Kanzleramt entsprechende Beschlüsse zur Stilllegung der Brennelementefabrik und der benachbarten Urananreicherungsanlage Gronau gefasst werden. Der Atomausstieg darf nicht auf halbem Weg steckenbleiben.

 

Weitere Infos:

www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de







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