Erfolgreiche Bergung von Geisternetzen vor Rügen


12.06.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, Mecklenburg-Vorpommern, TopNews 

 

Von GRD

Bereits mehr als eine halbe Tonne verlorengegangener Fischernetze vor Prora (Rügen) geborgen

Taucher der am 10. Juni gestarteten Mission "German Baltic 2019" holten gestern ein über 30m langes Schleppnetz vom Grund der Ostsee. Insgesamt wurden bislang über eine halbe Tonne verlorengegangene Fischernetze vor Prora (Rügen) geborgen. Hinter der Mission "German Baltic 2019" stehen die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) und die niederländische Ghost Fishing Stiftung (GF). Maßgeblich finanziert wird die heute zu Ende gehende Aktion zur Bergung von Geisternetzen von der Firma TRIXIE Heimtierbedarf GmbH & Co. KG.

Geisternetze – Unterschätzte Gefahr

Verlorengegangene oder absichtlich auf See entsorgte Fischernetze werden zu Geisternetzen. Aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit töten sie über viele Jahrzehnte hinweg Meerestiere jeglicher Art. Sogar Wale und große Haie können sich in ihnen verheddern und sterben.

Nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) machen Geisternetze mit über 640.000 Tonnen etwa zehn Prozent des Abfalls aus, der jedes Jahr in den Weltmeeren landet. Allein in der Ostsee sollen jedes Jahr mehrere tausend Netze oder Netzreste verloren gehen. Mittlerweile stellen Geisternetze sogar eine Gefahr für die Schifffahrt dar.

In der Ostsee sind insbesondere die auch vor Rügen vorkommenden Schweinswale, Kegelrobben, Seehunde sowie Haie und Rochen durch Geisternetze bedroht. In der deutschen Ostsee leben nur noch 500 Schweinswale. Damit sind sie die am meisten gefährdete Kleinwale in Europa. Geisternetze gefährden unmittelbar das Überleben der Population.  

Geisternetze – Fischereiindustrie steht in der Verantwortung

„Für den Erhalt der marinen Artenvielfalt ist es von entscheidender Bedeutung, Geisternetze zu bergen. Doch sollte diese Aufgabe künftig auch von den Verursachern durchgeführt oder zumindest finanziert werden“, fordert Verena Platt-Till, Diplom Biologin der GRD, die mit der Mission “German Baltic 2019” derzeit auf Rügen ist. Die jetzt vor Rügen geborgenen Netze und Netzreste werden anschließend recycelt.







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