Piraten fordern Aufklärung statt Rotkäppchen reloaded

12.02.20
UmweltUmwelt, Niedersachsen, Piratendebatte, News 

 

Von Piratenpartei Niedersachsen

Am 14.02. berät der Bundesrat über eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (1), das den Abschuss von Wölfen erleichtern soll, wenn Risse von Nutztieren deren Rudel zugeschrieben werden kann (2).

"Da freut sich aber das Rotkäppchen, doch hat es wirklich Grund zur Freude?" zweifelt Annette Berndt, Landesthemenbeauftragte Landwirtschaft und Tierschutz der Piraten Niedersachsen. "Ein natur- und menschenverträglicher Umgang mit den Wölfen, wie wir Piraten fordern (3), ist damit nicht in Einklang zu bringen. Dabei zeigen Erfahrungen in anderen Regionen Europas, wie sehr wohl ein Zusammenleben mit ihnen funktioniert. Hier wären also zuerst die Möglichkeiten des EU-geförderten Projekts LIFE EuroLargeCarnivores zu nutzen (4). Aber die Politik ist wohl von Angst um Wählerstimmen getrieben. Hier wird ein Schutzgesetz ausgehöhlt, statt sachlich zu informieren (5) und europarechtliche Bedenken werden einfach über Bord geworfen (6). Das kostet ja auch nichts. Denn eigentlich wäre mehr Aufwand für - bezahlte - Öffentlichkeitsarbeit und Herdenschutz geboten. Eigentlich."

Bislang müssen die Landesregierungen Ausnahmegenehmigungen erteilen, um einen Abschuss zu gestatten. Dies darf auch nur für ein konkretes Tier erfolgen, wenn Risse diesem zugeordnet werden können.

"Seit nunmehr einem Jahr gibt es eine derartige, monatlich verlängerte, Genehmigung für den als GW717m geführten Wolf (7). Die Jagd auf ihn verschlingt viel Geld (8), das besser in Schutz- und Entschädigungsmaßnahmen fließen würde. Muss also dringend ein Abschuss her? Wenn schon GW717m nicht zu treffen ist, dann eben ein Verwandter.

Bei jährlich 5-10 Nachkommen (9) wird das vielleicht ein schneller Erfolg. Aber warum? Konnte ihnen ein Riss nachgewiesen werden? Hätte dann nicht schon längst eine Abschussgenehmigung für alle Tiere beantragt werden müssen?" fragt Thomas Ganskow, Vorsitzender der Piraten Niedersachsen.

 

Quellen:

(1)

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2020/0001-0100/26-20.pdf?__blob=publicationFile&v=1

(2)

https://www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/20/985/07.html?nn=4352768&cms_selectedTab=section-7#section-7

(3)

https://wiki.piratenpartei.de/NDS:Wahlprogramm_LTW_2017#Der_Wolf_geh.C3.B6rt_zu_Niedersachsen

(4) https://www.eurolargecarnivores.eu/de/

(5) https://wolfsmonitor.de/?p=16867

(6)

https://www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/20/985/985-node.html?cms_selectedTab=section-8#section-8

(7)

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/genehmigung-zur-toetung-des-wolfsrueden-gw717m-wird-erneuert-174443.html

(8)

https://www.jawina.de/niedersachsen-erfolglose-wolfsjagd-kostet-bislang-knapp-84-000-euro/

(9) http://woelfeindeutschland.de/steckbrief-wolf/

 

 







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