Argentinische Glyphosat-Kritiker kommen nach Europa


Bildmontage: HF

20.09.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, TopNews 

 

Von CBG

Zwei Argentinier klagen an

Die Pestizid-Pest

Vom 21. September bis zum 12. Oktober kommen die Argentinier Damián Verzeñassi und Juan Ignacio Pereira Queles auf Einladung der Initiative GEN-KLAGE nach Europa, um über die verheerenden Folgen des Pestizid-Gebrauchs in ihrem Land zu berichten. Auf fast 20 Millionen Hektar Acker-Fläche erstreckt sich das Einsatz-Gebiet von Glyphosat und anderen Ackergiften in dem lateinamerikanischen Staat, der weltweit zu den größten Exporteuren von landwirtschaftlichen Produkten zählt.

„Die Europäer sollten etwas über die Herstellung von Agrar-Gütern in Argentinien und anderen Ländern Südamerikas wissen. Es ist eine Produktionsweise, die unsere Landbevölkerung krank macht und umbringt. Und das Gift, das hier verwendet wird, bleibt nicht einfach nur hier. Es gelangt bis nach Europa in verarbeiteten Lebensmitteln und landet auf europäischen Tellern in dem Fleisch, das man dort isst“, erläutet Verzeñassi den Zweck der Reise der beiden MitstreiterInnen der INTERNATIONAL ACTIVIST ACTION.

Der Mediziner hat mit seinen Studierenden Untersuchungen zum Gesundheitszustand der Menschen, die in den großen Anbau-Gebieten leben, durchgeführt und immense Unterschiede im Vergleich zu dem der übrigen Bevölkerung festgestellt. Atemwegserkrankungen und Hormon-Störungen traten viel häufiger auf, und die Krebs-Rate liegt um den Faktor 1,83 höher.

Diese Erkenntnisse präsentierte er 2016 in Den Haag auch dem „International MONSANTO Tribunal“. Juan Ignacio Pereyra Queles, der als Anwalt gemeinsam mit anderen KollegInnen unter anderem Glyphosat-Geschädigte vor Gericht vertritt, war damals ebenfalls vor Ort, um eine ZeugInnen-Aussage zum Anklagepunkt „Menschenrechtsverletzungen durch Pestizid-Vergiftungen“ zu machen. Der Jurist mit dem Spezialgebiet „Umweltrecht“ misst den Tagen in Deutschland eine besondere Bedeutung zu. „Mit BAYER als nunmehrigem Hauptproduzenten von Glyphosat liegt der Schlüssel zur Lösung des Problems in Deutschland. Der Konzern darf seine Augen nicht vor dem verschließen, was in Argentinien geschieht: Wir stehen vor einem Ökozid.“

Und Verzeñassi sieht auch die Bundesregierung in der Pflicht. „Ein rasches Glyphosat-Verbot in Deutschland hätte Signal-Wirkung. Die Geschädigten in Argentinien warten auf ein solches Zeichen. Jeder Tag zählt“, mahnt der Professor.

Damián Verzeñassi und Juan Ignacio Pereira Queles absolvieren auf ihrer Rundreise ein umfangreiches Programm. Den Auftakt bildet eine Veranstaltung in Geisenbrunn bei München mit der Französin Marie Robin, die einen Film über das MONSANTO-Tribunal gedreht hat. Am 24. September werden Verzeñassi und Queles in Genf vor dem „UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte“ sprechen. Zudem treffen sie auf Europa-ParlamentarierInnen wie Martin Häusling von Bündnis 90/Die Grünen, Karin Kadenbach von der „Sozialdemokratischen Partei Österreichs“ und Thomas Waitz von den österreichischen Grünen. Die Argentinier haben auch Termine im bundesdeutschen Außen- und Landwirtschaftsministerium. Überdies halten sie in mehreren Städten Vorträge und diskutieren anschließend mit dem Publikum.

Die Termine im Einzelnen:

 

Freitag, 21.09. Geisenbrunn

19 Uhr Gaststätte Geisenbrunn, Tonwerkstraße 3, 82205 Gilching-Geisenbrunn

 

Dienstag, 25.09. Basel

19.30 Uhr Unternehmen Mitte (Salon), Gerbergasse 30

 

Freitag, 28.09. Wien

18.30 Uhr „Global 2000“-Büro, Neustiftgasse 36

 

Samstag, 29.09. Freising (München-Nord)

19 Uhr KBW Katholisches Bildungswerk Freising e. V., Kammergasse 16

 

Sonntag, 30.09., 97340 Marktbreit (Raum Würzburg)

18 Uhr Alte Schule, Bernhard-Fischerstr. 8

 

Donnerstag, 4.10. Kirchberg (Schwäbisch Hall)

19.30 Uhr Schloss Kirchberg, Stiftung Haus der Bauern/Akademie Schloss

 

Freitag, 5.10. Klagenfurt

17.00 Uhr „Alpen Adria Biofest“, Neuer Platz

 

Sonntag, 7.10. Köln

19.30 Uhr Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, Großes Forum

Gastgeber: Coordination gegen BAYER-Gefahren

 







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz