Protest zum Autogipfel in Berlin: Keine Waldrodungen für Autobahnbau!

08.09.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Berlin, Hessen, TopNews 

 

Von Robin Wood

ROBIN WOOD-Aktivist*innen demonstrieren gegen Ausbau der A49 und für den Erhalt des Dannenröder Waldes

Anlässlich des heutigen Autogipfels in Berlin protestieren ROBIN WOOD-Aktivist*innen gegen die klimafeindliche Verkehrspolitik der Bundesregierung. Sie fordern, die Zerstörung von Wäldern für den Ausbau von Autobahnen zu stoppen. Kletter*innen spannten zwischen zwei Laternenpfeilern auf der Moltkebrücke in Sichtweite des Kanzleramts am Morgen ein Banner mit der Aufschrift: „Minister Scheuer! Wer hier verkehrt, bestimmst nicht du! Danni bleibt“. Der Protest richtet sich insbesondere gegen die geplante Rodung des Dannenröder Waldes für den Ausbau der Autobahn 49 zwischen Stadtallendorf und Gemünden (Felda) in Hessen.

Die A49 soll auf der Grundlage von über 40 Jahre alten Plänen auf einer Länge von etwa 40 Kilometern fortgeführt werden. Die neue Trasse würde mehrere Wälder durchschneiden; insgesamt 85 Hektar Wald würden gerodet – darunter der Dannenröder Wald (kurz Danni).

Der Dannenröder Wald ist ein für die Trinkwasserversorgung Hessens wichtiges Wasserschutzgebiet. Der Wald mit seinen bis zu 300 Jahre alten Bäumen ist gesund und wird in großen Teilen naturnah bewirtschaftet. Zahlreiche geschützte Arten leben dort.

„Der Klimawandel rafft unsere Wälder dahin und wir erleben das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier. Trotzdem macht die Autolobby weiter wie bisher: immer mehr Autos bauen, Klima und Wälder zerstören. Deshalb ist es nötig, dass sich mehr Menschen querstellen –  heute hier im Regierungsviertel genauso wie im Dannenröder Wald", sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD.

Im Dannenröder Wald sind seit September 2019 etliche Baumhausdörfer entstanden. Sie liegen alle auf der geplanten A49-Trasse, um den politischen Grund der Besetzung zu verdeutlichen. Kreativ nehmen die Besetzer*innen Bezug auf alternative Verkehrskonzepte, hinterfragen Konsumgewohnheiten und probieren sozial-ökologische Lebenskonzepte aus.

Wegen der Klima- und der Coronakrise ist die Autobranche im Umbruch. Wie sie den bewältigt, darüber tauschen sich die Bosse der Autokonzerne heute mit der Bundesregierung beim so genannten Autogipfel aus.

„Beim Autogipfel wird Elektromobilität als Ausweg aus der Klimakrise verkauft. Klimaschutz geht anders: Wälder erhalten und auf den Ausbau von Autobahnen verzichten. Wir brauchen intelligente Mobilitätskonzepte für Menschen und Güter und keine neuen Asphaltpisten“, fordert ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin Dominique Just.

ROBIN WOOD setzt sich seit bald 40 Jahren für den Erhalt der Wälder und eine sozial-ökologische Verkehrswende ein. Mit der heutigen Protestaktion unterstützen ROBIN WOOD-Aktive die Aktionswoche des bundesweiten Bündnisses „Wald statt Asphalt“, das sich für den Erhalt des Dannenröder Waldes stark macht. Die dortige Waldbesetzung ist akut von einer Räumung bedroht.







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