Anhörung über Zirkus-Wildtierverbot im Agrarausschuss des Bundestages:


06.10.19
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PETA appelliert an CDU/CSU und SPD, Widerstand endlich aufzugeben

Von PETA

Zeit für längst überfälligen Tierschutzbeschluss: Am 14. Oktober wird sich der Agrarausschuss des Bundestages mit einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen befassen, wonach Wildtiere im Zirkus verboten und innerhalb von 18 Monaten in Auffangstationen oder Tierparks überführt werden sollen (Drucksache 19/7057). Bei der öffentlichen Anhörung kommen neben Tierschutz-Sachverständigen auch mehrere „Tierdompteure“ und Vertreter der Zirkuslobby zu Wort. PETA kritisiert die Position der CDU/CSU-Fraktion, die als einzige Partei im Bundestag ein Verbot grundsätzlich blockiert. Die SPD-Fraktion hat sich zwar bereits wiederholt gegen Wildtiere im Zirkus ausgesprochen, in der Vergangenheit aber ihre eigene Position aus Koalitionszwang untergeordnet. Zuletzt haben die Sozialdemokraten bei der Abstimmung im Umweltausschuss im Juni 2017 gegen einen vergleichbaren Antrag der Partei Die Linke (Drucksache 18/12088) gestimmt. PETA fordert die CDU/CSU sowie die SPD auf, ihre Blockadehaltung gegen ein Zirkus-Wildtierverbot endlich aufzugeben und den Antrag der Grünen zu unterstützen.

„Deutschland ist europaweit absolutes Schlusslicht in Sachen Tierschutz im Zirkus – auch wegen der jahrelangen Blockade der CDU/CSU-Fraktion und dem Einknicken der SPD-Fraktion bei bisherigen Initiativen für ein Zirkus-Wildtierverbot“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Die Mehrheit der Deutschen befürwortet schon lange ein solches Verbot. Die Volksvertreter sollten dem nun Rechnung tragen und die Tierquälerei in der Manege endlich verbieten.“

Deutschland Schlusslicht beim Schutz von Tieren im Zirkus
Mit ihrem Antrag vom Januar fordert die Grünen-Fraktion im Bundestag aus Tierschutzgründen ein Verbot von Affen, Elefanten, Bären, Giraffen, Nashörnern, Großkatzen und Flusspferden in Zirkussen. Gleichzeitig führt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unter der Leitung von Julia Klöckner (CDU) derzeit Geheimgespräche mit Vertretern der Zirkusbranche. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat das Landwirtschaftsministerium darüber beraten, dass gemeinsam mit der Zirkuslobby neue freiwillige Regelungen zur Tierhaltung im Zirkus erarbeitet werden sollen – jedoch weiterhin mit großem Spielraum.

Neben der Bundestierärztekammer hat sich auch der Bundesrat bereits dreimal für ein Verbot von bestimmten Tierarten im Zirkus ausgesprochen. Zudem haben die Agrarminister der Länder erst im April ihre Forderung an die Bundesregierung nach einer Regelung bekräftigt. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten außerdem 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. In 27 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus nicht mehr erlaubt.

Zirkus: kein Spaß für Tiere
Nach wie vor werden Hunderte Elefanten, Giraffen, Tiger und viele weitere Wildtiere durch Deutschland gefahren, unter mangelhaften Bedingungen gehalten und mit der Peitsche oder dem sogenannten Elefantenhaken dazu gedrängt, unnatürliche Bewegungsabläufe vorzuführen. Experten und Behörden bestätigen, dass beispielsweise Elefanten nur mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen werden können. Außerdem zeigen zahlreiche Videos, wie Tiere im Zirkus brutal misshandelt werden. Auch Auskünfte der Bundesregierung und einiger Landesregierungen haben ergeben, dass durchschnittlich bei etwa jeder zweiten behördlichen Kontrolle Missstände bei der Tierhaltung festgestellt werden – und das, obwohl die zugrundeliegenden Richtlinien veraltet sind. Immer wieder kommt es zudem zu gefährlichen Unfällen und Ausbrüchen von Tieren aus Zirkusbetrieben.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus und setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 







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