Protest gegen rumänisches Gesetz zur uneingeschränkten Braunbären-Jagd


Foto: © VIER PFOTEN | Mihai Vasile

06.10.19
UmweltUmwelt, Internationales, TopNews 

 

Von Vier Pfoten

VIER PFOTEN fordert Abgeordnetenkammer auf, den Gesetzentwurf abzulehnen

Der rumänische Senat hat jetzt einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die uneingeschränkte Jagd auf Braunbären für einen Zeitraum von fünf Jahren erlaubt. Bisher war es in Rumänien lediglich legal, jährlich 600 Bären zu töten. Mit der geplanten Gesetzesänderung sollen nach Angaben der Regierung Konflikte zwischen Menschen und Bären reduziert werden. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN warnt jedoch vor den fatalen Auswirkungen des neuen Gesetzes. Ohne eine detaillierte und unabhängige wissenschaftliche Begutachtung der Bärenpopulation in Rumänien könnte solch ein Gesetz zu Massentötungen führen und damit katastrophale Folgen für die Wildpopulation der Bären haben. VIER PFOTEN hat darüber hinaus eine globale Petition zur Ablehnung des Gesetzentwurfs gestartet.

 

Mit einer Anzahl von schätzungsweise 7000 Bären lebt in Rumänien die größte Bärenpopulation Europas. VIER PFOTEN befürchtet, dass sich das mit dem neu geplanten Jagdgesetz ändern könnte. Bisher war es in Rumänien legal, jährlich 600 Bären zu töten. Für die nächsten fünf Jahre soll es jedoch keine Beschränkungen mehr geben. „Dieser Plan verstößt gegen EU-Gesetz: Demnach gehören Bären seit 1953 der Liste der streng geschützten Arten an. Auch Rumänien muss sich an europäische Richtlinien halten und Bären schützen, anstatt ihre massenhafte Bejagung zu erlauben. Wir fordern die rumänische Regierung auf, dieses unverantwortliche Gesetz abzulehnen“, sagt Ioana Dungler, Leiterin der Wildtierabteilung bei VIER PFOTEN.

Mensch-Bär Konflikt als Begründung
Die Einführung des neuen Gesetzes basiert auf der anhaltenden, emotionalen Debatte über Konflikte zwischen Menschen und Bären in Rumänien. Illegale Abholzung hat den natürlichen Lebensraum der Braunbären stark eingeschränkt. Deswegen dringen diese häufig in von Menschen bewohnte Gebiete ein, um nach Nahrung zu suchen. „Der Entwurf des Senats wird nicht wissenschaftlich unterstützt und ist auch nicht die Lösung des Problems. Wir möchten, dass die rumänische Regierung offizielle Statistiken veröffentlicht und wissenschaftliche Daten über Bären in Rumänien vorlegt, die die Notwendigkeit neuer Gesetze belegen“, so Dungler.

VIER PFOTEN hat eine globale Petition gestartet, um die rumänische Abgeordnetenkammer aufzufordern, den neuen Gesetzentwurf abzulehnen.


Weitere Informationen zu Bären finden Sie unter:
www.vier-pfoten.de
 

 








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