Zur Internationalen Grünen Woche

17.01.19
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Politik, News 

 

"Agrarwende jetzt - Druck machen auf der Straße und bei  EU-Wahlen!", fordert Dr. Johanna Scheringer-Wright, Mitglied des Parteivorstandes der Partei DIE LINKE und Mitglied des Thüringer Landtages anlässlich des Beginns der Internationalen Grünen Woche in Berlin im Superwahljahr 2019.

"Dieses Jahr wird entschieden, was für eine Agrarpolitik in der Europäischen Union in den nächsten fünf Jahren umgesetzt wird. Die Verhandlungen der Agrarminister, der EU-Kommission und der Interessenverbände laufen auf Hochtouren. Zusätzlich finden im Mai die Wahlen für das Europäische Parlament statt.  Deshalb ist es jetzt notwendig Druck zu machen für eine soziale, ökologische und tiergerechte Agrarwende" fordert Johanna Scheringer-Wright.

Scheringer-Wright weiter: "Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU steuert in die falsche Richtung. Anstelle auf gesunde Nahrungsnahrungsmittel für alle, Vielfalt, Umweltverträglichkeit und Sicherung der Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu setzen, wird eine Subventionspolitik forciert, die zu einer zunehmenden Konzentration in der Landwirtschaft führt, mit immer höheren Erträgen, industrieller Tierhaltung, Schäden der Umwelt, Ausbeutung und dem Verlust von Arbeitsplätzen. Diese Orientierung in der Landwirtschaft führt immer wieder zu Überproduktion. Um der Überproduktion her zu werden, werden die Produkte dann durch wiederum subventionierte Exporte in Schwellen- und sogenannte Entwicklungsländer abgesetzt. Hand in Hand mit diesen Exporten geht jedoch der Import von Futtermitteln in die industrialisierten Länder. Dieser ausbeuterische Zweiklang verdrängt Bauern und raubt ihnen die Existenzgrundlage. Damit ist Überproduktion auf der einen Seite bei gleichzeitigem Hunger, Unterernährung und Armut auf der anderen Seite programmiert. Gewinner dieser Entwicklung sind die Konzerne der Branche. Verlierer sind Milliarden von Menschen weltweit, das Klima und die Umwelt.

Gerade das letzte Jahr hat gezeigt - der Klimawandel ist in vollem Gange. Auch die Landwirtschaft trägt in Deutschland mit 5% zur Erderhitzung bei. Dabei könnte gerade die Landwirtschaft Klimaschützer sein. Bei all diesen Problemen laviert Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner Trotz der Ankündigungen, z.B. eine Ackerbaustrategie erarbeiten zu lassen oder ein staatliches Tierwohllabel einzuführen, kommt bisher nichts. Die Industrie gibt sich dann selbst Label, die aber eher Marketingstrategien sind, als dass sie grundlegend bessere Bedingungen in der Tierhaltung schaffen würden. Auf EU-Ebene sieht es nicht besser aus. Die Agrarwende ist aber überlebenswichtig. Da geht es zum ersten um eine Ökologisierung und Regionalisierung der landwirtschaftlichen Produktion und um eine Erhöhung der biologischen Vielfalt. Die Tiere, die uns Milch und Fleisch liefern, müssen tiergerecht gehalten werden und mit regional angebauten Futtermitteln gefüttert werden. Der Einsatz von Eiweiß- und Getreidekraftfuttermittel kann gerade bei Wiederkäuern reduziert werden. Denn diese können Gras und Grünpflanzen optimal verwerten. Deshalb könnten Wiesen und Weiden, die CO2 Senken sind, genutzt und damit geschützt werden. Zudem werden die klimaschädlichen Transporte vermieden und auch der Raubbau in Drittländern eingeschränkt, weil dort weniger Fläche für die Erzeugung von Eiweißfuttermittel für die Industrienationen verbraucht wird. Zudem müssen in den industrialisierten Ländern die Düngung und der chemische Pflanzenschutz reduziert werden. Wir brauchen nachhaltige Erträge, die die Ernährung sichern aber gleichzeitig das Klima und die Umwelt schützen. Dies ist letztlich nur möglich, wenn es eine Abkehr von der Exportorientierung der Land- und Ernährungswirtschaft gibt und einen Bruch mit dem kapitalistischen Wachstumszwang."

DIE LINKE unterstützt die Demonstration "Wir haben es satt - Essen ist politisch", die am 21.01.2019 um 12.00 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin startet. Der Ausschuss für Infrastruktur und Landwirtschaft des Thüringer Landtages wird auf der Grünen Woche eine auswärtige Sitzung durchführen und eine öffentliche Anhörung mit Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums und der EU-Kommission.







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