BBU fordert Ächtung der Urananreicherung


Bildmontage: HF

06.01.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

400. Sonntagsspaziergang in Gronau / Konferenz am 29. Februar in Almelo (NL)

Vor dem Hintergrund der jüngsten politischen Entwicklungen hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) erneut die internationale Ächtung der Urananreicherung gefordert. Damit spricht sich der BBU für ein sofortiges Ende jeglicher Urananreicherung in Ost und West aus.

Gleichzeitig gratuliert der BBU der der regionalen Anti-Atomkraft-Bewegung in und um Gronau, die gestern den 400. monatlich stattfindenden Sonntagsspaziergang an der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW) durchgeführt hat. Bei einer Konferenz der Anti-Atomkraft-Bewegung am 29. Februar in Almelo (NL) werden die internationalen Gefahren der Urananreicherung intensiv beleuchtet.

Urananreicherung ist zivil wie friedenspolitisch extrem gefährlich

Der BBU betont, dass immer wieder mit Protestaktionen an der Gronauer Urananreicherungsanlage auf die Gefährdung des Weltfriedens durch den Betrieb von Urananreicherungsanlagen hingewiesen wurde. Und so hieß es im Aufruf zum Ostermarsch 2019 zur Urananreicherungsanlage in Gronau:

„Urananreicherung ist zivil wie friedenspolitisch extrem gefährlich –im westfälischen Gronau wie auch andernorts. Der Erhalt und Ausbau der Urananreicherung trägt in Deutschland und weltweit zur unverantwortlichen Fortsetzung der Atomenergienutzung sowie zum neuerlich angeheizten nuklearen Wettrüsten bei. Wir fordern deshalb die sofortige Beendigung der Urananreicherung in Gronau und weltweit –sowie die Umsetzung des von ICAN initiierten Atomwaffenverbotsvertrags.“

Auch in Urananreicherungsanlagen, die zunächst nur Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken anreichern, könnte nach Umbauarbeiten Uran für Atomwaffen angereichert werden. Nach Auffassung des BBU wäre daher die Beendigung der Urananreicherung im Iran, in den USA, in Russland, in der Bundesrepublik, in den Niederlanden und anderswo ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur nuklearen Abrüstung.

400. Sonntagsspaziergang gegen Urananreicherung in Gronau

Auf die militärischen und gesundheitlichen Gefahren der Urananreicherung wird in Gronau seit vielen Jahren mit umfangreichen Protesten hingewiesen. Am Sonntag (5. Januar 2020) fand jetzt an der Gronauer Urananreicherungsanlage der 400. monatliche Sonntagsspaziergang statt.

Traditionell trafen sich zu diesem Jubiläum Mitglieder niederländischer und deutscher Umwelt- und Friedensorganisationen. Unter den beteiligten Gruppen waren auch Initiativen, die sich gegen die Uranfabriken in lingen (Emsland) und Almelo (NL) engagieren.

Die höchst umstrittene Uranfabrik in Gronau wird vom Urenco-Konzern betrieben, an dem auch RWE und E.ON beteiligt sind. Für den Betrieb der Anlage gibt es eine vom NRW-Wirtschaftsministeriumausgestellte

unbefristete Betriebsgenehmigung. Umweltverbände, Bürgerinitiativen und Friedensgruppen fordern gemeinsam die sofortige Stilllegung der Anlage, in der in großen Mengen Uranmüll anfällt und in der nach Umbauarbeiten mit der sogenannten Zentrifugentechnik, mit der auch im Iran gearbeitet wird, Uran für Atomwaffen produziert werden könnte.

Gronauer Sonntagsspaziergang: Eine der ältesten Protestaktionen der bundesweiten Anti-Atomkraft-Bewegung

Der erste Sonntagsspaziergang an der Urananreicherungsanlage fand als eher spontane Idee Ende September 1986 im Rahmen einer Umweltwoche der Stadt Gronau statt. 1986 hatte sich auch die Atomkatastrophe in Tschernobyl ereignet. Im Okt. 1986 wurde kein Sonntagsspaziergang durchgeführt und seit November 1986 hat bisher an jedem 1. Sonntag im Monat ein Sonntagsspaziergang an der UAA Gronau stattgefunden. Die monatlich stattfindenden Sonntagsspaziergänge an der Gronauer Urananreicherungsanlage zählen zu den bundesweit ältesten und kontinuierlichsten Protestaktionen der bundesweiten Anti-Atomkraft-Bewegung.

2010: Bisher schwerster Störfall in der Gronauer Urananreicherungsanlage

Vor 10 Jahren, im Januar 2010, hat sich in der Gronauer Urananreicherungsnlage der bisher schwerste Störfall ereignet. In den letzten Wochen kam der Urenco-Konzern erneut massiv in die Kritik, weil er 2019 wieder Uranmüll nach Russland exportiert hat. Aktuell befinden sich wieder Bahnwaggons auf dem Gronauer Anlagengelände. Unklar ist, wann der nächste Sonderzug mit Uranmüll Richtung Russland starten wird.

Unterstützt werden die vielfältigen Aktionen gegen die Urananreicherungsanlage (Demonstrationen, Ostermärsche, Unterschriftensammlungen, Blockaden etc.) immer wieder u. a. vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, vom AKU Schüttorf, von der Bürgerinitiative „Kein Atomüll in Ahaus“, von der Intitiative SOFA Münster (Sofortiger Atomausstieg), vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, von Enschede voor vrede, von der NRW-Landeskonferenz gegen Atomanlagen, von der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, von der Umweltorganisation Robin Wood, vom Bündnis gegen Urantransporte, von der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) und natürlich auch immer wieder vom BBU.

Konferenz über Hintergründe der Urananreicherung am 29. Februar in Almelo (NL)

Mit der Entwicklung des Urenco-Konzerns, der neben drei europäischen Urananreicherungsanlagen in Gronau, Almelo )NL) und Capenhurst (GB) auch eine vierte Anlage in den USA betreibt, befasst sich eine Konferenz, die am 29. Februar in Almelo stattfinden wird. Die niederländischen Veranstalter bereiten aktuell das Konferenzprogramm vor; der BBU ist Mitveranstalter. Die Konferenz findet in Almelo ab 13.30 Uhr im Theaterhotel statt. Informationen unter https://www.laka.org

 

Weitere Informationen zum Themenkomplex Urananreicherung:

www.sofa-ms.de <http://www.sofa-ms.de>, http://urantransport.de, http://www.enschedevoorvrede.nl, https://www.facebook.com/AKU.Schuettorf, https://www.ippnw.de, http://www.wise-uranium.org, http://close-capenhurst.org.uk

 







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