Zwei Löwen greifen Pfleger im Serengeti-Park Hodenhagen an


06.05.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen, TopNews 

 

PETA warnt: Wildtiere in Gefangenschaft gefährden Besucher und Mitarbeiter

Von PETA

Am Samstag wurde ein 24-jähriger Pfleger im Serengeti-Park von zwei Löwen angegriffen und schwer verletzt, als er das Gehege kurz nach der Fütterung betrat. Er musste in ein Krankenhaus geflogen werden. In dem Park können Besucher die Tiere aus Bussen und Autos heraus beobachten. Schon 2014 sorgte ein Vorfall im Serengeti-Park für Aufsehen, als eine der Raubkatzen gegen die Scheibe eines Safari-Busses sprang; eine Familie wurde durch die Glassplitter der zertrümmerten Scheibe leicht verletzt. PETA kritisiert den Tierpark scharf und appelliert an die Verantwortlichen, den Schutz von Mitarbeitern und Besuchern ernst zu nehmen. Die Tierschutzorganisation fordert zudem ein Nachzucht- und Importverbot von Löwen und Tigern in deutschen Zoos und Tierparks.

„Löwen und Tiger sind keine Schmusekatzen, sondern unberechenbare Wildtiere“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Angriffe, Unfälle und Ausbrüche lassen sich langfristig nur verhindern, wenn die Tiere nicht mehr eingesperrt werden.“

Immer wieder kommt es in Zoos zu Unfällen und Ausbrüchen von Großkatzen mit teils tödlichen Folgen. Zuletzt wurde im Oktober 2018 ein Praktikant im Tierpark Köthen von zwei Tigern verletzt, da er bei der Fütterung zu nah am Gehege war. Im September 2017 hat eine Leopardin im Chemnitzer Tierpark einen Pfleger ins Gesicht gebissen und schwer verletzt. Im November 2006 wurde eine Tierpflegerin von derselben Leopardin in den Kopf gebissen, weil ein Schieber zum Käfig nicht verriegelt war. Die 23-Jährige erlag ihren Verletzungen. 2004 griff ebenfalls in Chemnitz ein Löwe eine Pflegerin an und verletzte sie schwer. Auch damals hatte ein Schieber zum Außengehege aufgestanden 2013 tötete ein Tiger einen Tierpfleger im Allwetterzoo Münster; im Jahr zuvor wurde eine Wärterin im Kölner Zoo ebenfalls von einem Tiger getötet.

Durch die artwidrige Haltung in viel zu kleinen Gehegen in Zoos und Tierparks nutzen die Großkatzen der Tierschutzorganisation zufolge jede Gelegenheit, um ihrem Gefängnis zu entkommen. Seit Anfang 2012 konnten in verschiedenen Einrichtungen mindestens elf Mal Großkatzen aus ihren Gehegen entkommen. In diesem Jahr entkamen drei Luchse im Wildpark Knüll, nachdem das Gehege durch einen Sturm beschädigt wurde. Ebenfalls infolge von Sturmschäden brachen im März 2019 zwei junge Geparden aus dem Gehege im Erfurter Zoo aus. 2017 entkam ein Luchs aus der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen. 2016 brachen sowohl im Zoo Leipzig als auch im Wildpark Johannismühle jeweils zwei Löwen aus. In Leipzig wurde eines der Tiere bei seinem Fluchtversuch erschossen. Auch ein Schneeleopard im Wuppertaler Zoo konnte 2016 aus seinem Gehege entkommen.

 

PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um uns zu unterhalten oder in irgendeiner anderen Form ausgebeutet zu werden. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft. PETA weist darauf hin, dass bestimmte Tiergruppen wie Großkatzen, Eisbären oder Menschenaffen immens unter der Gefangenschaft leiden und eine permanente Gefahr für Besucher und Zoopersonal darstellen. In Gefangenschaft geborene Großkatzen können zudem in der Regel nicht ausgewildert werden, daher trägt die Haltung dieser Tiere in Zoos nicht zum Artenschutz bei. Während Leoparden, Tiger und Löwen in freier Wildbahn Reviere von vielen Quadratkilometern bewohnen, sind sie in Zoogefangenschaft meist zu einem qualvollen Leben auf wenigen Quadratmetern verdammt. Artwidrige Haltungsbedingungen und schwere Verhaltensstörungen sind dort eher die Regel als die Ausnahme. Die Besucher lernen nichts über die Bedürfnisse und Lebensverhältnisse von Tieren, wenn diese ihr Dasein in artwidriger, beengter Gefangenschaft fristen. PETA fordert, dass die Millionen an Steuergeldern, die derzeit für die Aufrechterhaltung der Zoobetriebe aufgebracht werden, in konkrete Projekte zum Schutz der letzten natürlichen Lebensräume der Tiere fließen.

 

Weitere Informationen:

PETA.de/Zooirrtuemer







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz