PETA Deutschland e.V. fordert Geldverzicht und größeres Gehege für Knut
Der gestrige Gerichtstermin in Sachen Eisbär Knut zeigte deutlich, um was es der Institution Zoo in Wirklichkeit geht: Nämlich um Profit, Pomp und die Geltungssucht Einzelner. Auf der Strecke bleiben, wie so oft, die Tiere. PETA kritisiert scharf, dass sich sowohl Zoo Berlin als auch Zoo Neumünster offenbar mehr um die Aufteilung des Geldgewinnes streiten anstatt um bessere Haltungsbedingungen für Knut. PETA fordert nun, dass Neumünster auf die geforderten Millionen verzichtet und zusammen mit dem Zoo Berlin dafür sorgen sollte, eine größere Anlage für Knut in Berlin zu bauen.
„Diese Gerichtsverhandlung offenbart erneut die Absurdität, die sich hinter dem Begriff Zoo verbirgt. Beide Zoos sind eigentlich in erster Linie dazu verpflichtet, für bessere Haltungsbedingungen eines Eisbären zu sorgen, anstatt sich mit Hilfe verschwenderischer Gerichtsverfahren und teurer Anwälte das Geld aufzuteilen“, so Frank Albrecht, Zooexperte bei PETA-Deutschland e.V. „Knut bleibt erneut auf der Strecke und von all seiner Berühmtheit bleiben für ihn nur Langeweile, Reizarmut, Verhaltensstörungen und Trostlosigkeit.“
Dass der Berliner Zoo bisher nichts zur Verbesserung der Haltungsbedingungen seiner einstigen Millionengeldquelle getan hat, bezeichnet die Tierrechtsorganisation als Skandal. Auch die Neumünsteraner Forderung, Knut gehöre dorthin, bezeichnet die Tierrechtsorganisation als äußerst fragwürdig. Habe doch der Tierpark, nach Ansicht der Organisation, einer der schlechtesten Eisbärenanlagen Deutschlands, auf der sich Knut, ginge er an seine „rechtlichen Besitzer“ zurück, keinesfalls in seinen Haltungsbedingungen verbessern würde – im Gegenteil. Die Tierrechtler schlagen dem Tierpark zudem dringend vor, seine Eisbärenhaltung so schnell wie möglich komplett zu beenden, um somit den Braunbären mehr Platz zu verschaffen.
„Im gesamten Tierpark sind Verbesserungen in den Tierhaltungen notwendig. Die geforderten 700.000 Euro sind da nur ein lächerlicher Tropfen auf den heißen Stein“, so Frank Albrecht. „Es stünde aber beiden Einrichtungen besser zu Gesicht, würden sie sich endlich zum besseren Wohlergehen von Knut einigen. Neumünster soll auf das Geld verzichten und gemeinsam mit Berlin eine größere Anlage für Knut bauen.“