NaturFreunde Berlin für schnellen Ausbau der Straßenbahn zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz

26.01.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Berlin, News 

 

Von NaturFreunde Berlin

Aktion der FDP gegen Straßenbahnlinie verkehrspolitisch und ökologisch falsch

Die NaturFreunde Berlin unterstützen die Planungen des Berliner Senats für einen möglichst schnellen Bau der Straßenbahnlinie zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz. Die NaturFreunde sprechen sich ausdrücklich für den Bau der Straßenbahntrasse auf der Leipziger Straße aus. Damit die Straßenbahn fließend diese wichtige Verbindung bedienen kann, setzen sich die NaturFreunde für die Reduzierung der Autospuren in diesem Bereich ein.

Dazu Uwe Hiksch: „Die Aktion der FDP Berlin ist verkehrspolitisch und ökologisch falsch. Wenn die FDP in Berlin einem LKW durch die Innenstadt fahren lässt, um damit gegen die Straßenbahn zu werben, zeigt sie ihre verkehrspolitische Blindheit. Wenn die FDP auf diesen LKW behauptet, die neue Straßenbahn „staue hier bald öfter rum“ hat sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Ziel einer ökologischen und nachhaltigen Verkehrspolitik muss die drastische Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs sein. Deshalb treten die NaturFreunde für die Schaffung einer nur für die Straßenbahn zugelassenen Trasse in diesem Bereich ein. Gemeinsam mit dem Bündnis „PRO Straßenbahn“ fordern die NaturFreunde eine Weiterführung dieser neuen Straßenbahnlinie vom Potsdamer Platz über den U-Bahnhof Kleistpark bis zum S- und U-Bahnhof Rathaus Steglitz.“

Schon in dem Vorschlag der AG Straßenbahn im Jahr 1991[1] wurde aufgezeigt, dass die Straßenbahn einen eigenen Fahrweg bekommen muss. Deshalb wird in Zukunft für den motorisierten Individualverkehr je Richtung eine Fahrspur bestehen bleiben. Diesen Vorschlag unterstützen die NaturFreunde Berlin ausdrücklich.

Vom Berliner Senat erwarten die NaturFreunde eine möglichst schnelle Planung für den Bau der neuen Straßenbahnlinie. Zur schnellen Realisierung der Straßenbahnlinie muss der notwendige Ausbau der Mühlendammbrücke möglichst rasch begonnen werden.

Weiter Uwe Hiksch: „Die Störmanöver der FDP werden nichts bewirken. Die überwiegende Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner wollen den schnellen und flächendeckenden Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin. Die NaturFreunde setzen sich hierbei gemeinsam mit dem Bündnis PRO Straßenbahn für die Forcierung des Ausbaus der Straßenbahn als zentralen Pfeiler des Berliner ÖPNV ein.“

Schon 1996 war im Rahmen der Diskussionen über das „Planwerk Innenstadt“ gefordert worden: „In der Leipziger Straße sollten die Straßen zurückgebaut und bei Neubauten eine 22-Meter-Traufe eingehalten werden. Am Spittelmarkt müsse der autobahnähnliche Zustand beendet werden.“[2] Richtig wurde damals darauf hingewiesen, dass die heutige Leipziger Straße „tiefe Wunden im Stadtgefüge“² hinterlassen habe. Dieser Zustand muss nach Überzeugung des NaturFreunde schnellstens behoben werden und ein deutlicher Rückbau dieser riesigen Verkehrsschneise erfolgen. Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde die Aussage des verkehrspolitischen Sprechers der Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus, Harald Wolf, dass der Straßenraum „im Moment völlig ungerecht verteilt“ ist. Wolf weiter: „80 Prozent des Straßenraums werden für PKW genutzt, obwohl Fußgänger, Radler und Nutzer des Nahverkehrs 70 Prozent der Wege zurücklegen“.

Die NaturFreunde werden Schritte des Berliner Senats unterstützen, eine gerechtere Aufteilung des öffentlichen Straßenraumes zugunsten von Fußgängern, Radler*innen und Nutzer*innen des Nahverkehrs durchzusetzen.

 

[1] AG Straßenbahn, Tra(u)mstadt Berlin, 1991, erschienen im Selbstverlag.

[2] Dokumentation 60.  Sitzung des Stadtforums Berlin am 29. November 1996, Planwerk Innenstadt I, siehe: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtforum/download/archiv/60.pdf

 







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