„Wir haben es satt – Agrarindustrie die Stirn bieten“ - Demonstration zur Grünen Woche: Samstag, 20. Januar, Berlin


Bild: Umweltbüro München

13.01.18
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, Saarland 

 

Von Aktion 3. Welt Saar

Alternativen zur Agrarpolitik – Land, Saatgut und Produkte in Bauernhand und Milchmengensteuerung

„Aktuell sind Bauern in der 3. und in der 1. Welt die Verlierer in der internationalen Agrarpolitik“, so Roland Röder von der Aktion 3.Welt Saar e.V. Diese ist im Trägerkreis und organisiert mit 50 Agrar- und Umweltorganisationen in Berlin die Demonstration „Wir haben es satt – Der Agrarindustrie die Stirn bieten“: Samstag, 20. Januar 2018, 11 Uhr, Berlin, Hauptbahnhof. Die Demonstration zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche findet zum 8. Male statt. In den vergangenen Jahren beteiligten sich rund 20.000 Menschen daran. Die Aktion 3.Welt Saar e.V. arbeitet bundesweit und hat ihren Sitz im Saarland. Aktuell führt sie mit Bauern, Naturschützern und mit Gewerkschaften das Vernetzungsprojekt ERNA goes fair – Für eine Faire Landwirtschaft weltweit“ durch. In diesem Rahmen hat sie mit dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) mehrere Publikationen erstellt und Alternativen aufgezeigt.

„Sarkastisch könnte man sagen: Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal“, so Röder. Während in Paraguay die Landwirtschaft auf Sojaanbau zugerichtet und Bauern enteignet wurden, kommen mit dem dort „billig“ produzierten Soja deutsche Bauern gerade so über die Runden. Die überschüssige Milch geht als Milchpulver und Kondensmilch auf den westafrikanischen Markt und zwingt Bauern dort zur Aufgabe ihrer Höfe. Deshalb liegt die Alternative in der Bündelung von Milch in Bauernhand, so dass gemeinsam bessere Verträge mit Molkereien ausgehandelt werden können. Ziel ist eine flexible Mengensteuerung, um Überproduktion zu vermeiden. Dazu wäre eine Monitoringstelle sinnvoll.

Dort sitzen Bauern, Handel, Milchindustrie, Staat und Verbraucher zusammen und passen die Produktion flexibel der Nachfrage an.

Politisches Ziel wäre es, dass Bauern faire Preise für ihre hochwertigen Produkte erhalten und nicht mehr gezwungen sind, zu wachsen. Allerdings würde dies die Gewinne der Molkereien schmälern.

„Selbstkritisch müssen wir uns allerdings auch eingestehen, dass in den vergangenen Jahren bei der Demonstration nicht alles rund lief. Zum Teil wurden Bauern von Tierrechtlern als Mörder beschimpft oder von der so genannten Tierschutzorganisation „Peta“ wurden Tiere mit NS-Opfern gleich gesetzt“, so Röder. Gemeinsam mit den anderen Veranstaltern sei es aber gelungen, diese Auswüchse weitestgehend zu unterbinden und deutlich zu machen, dass es eine nachhaltigere Landwirtschaft nur mit und nicht gegen Bauern geben wird.







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