Wildtierschutz Deutschland: Fuchsjäger sind Tierquäler


Foto: ger1axg via Wikimedia Commons

26.12.17
UmweltUmwelt, Bewegungen 

 

Von Wildtierschutz Deutschland

In Deutschland werden jedes Jahr etwa eine halbe Million1) Füchse erschossen. „Das sind 500.000 Füchse zu viel,“ ärgert sich Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland, „denn die Fuchsjagd geht mit erheblicher Tierquälerei einher und ist im Hinblick auf eine Reduzierung der Bestände vollkommen sinnlos, wie aktuelle wissenschaftliche Arbeiten aus diesem Jahr erneut belegen2).“

Aber schon die Tatsache, dass Rotfüchse überhaut bejagt werden, führt zu erheblichem Tierleid. Denn Füchse – wie im Übrigen auch viele andere Tierarten -  kompensieren ihre Bestandsverluste zum einen dadurch, dass mehr Tiere an der Reproduktion teilnehmen und zum anderen dadurch, dass mehr Welpen pro Wurf zur Welt kommen. So wird durch die Fuchsjagd in Deutschland einfach ein permanenter Vermehrungsmechanismus in Gang gehalten. Die Zahl der Tiere nimmt trotz der hohen Verluste nicht nachhaltig ab, lediglich das Durchschnittsalter der Fuchsbestände wird reduziert.

So genannte Fuchswochen, die in den kommenden Wochen von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen in allen Teilen des Landes stattfinden, tragen dazu erheblich bei. Jetzt, während der Paarungszeit der Füchse, sind die Tiere unvorsichtiger und aufgrund des Schnees leichter auszumachen. Die Jagdwochen in den Wintermonaten sind die intensivsten in Deutschland überhaupt.

Für die Fuchsfamilien bedeutet das vor allem, dass sie mit dem Fuchsrüden den Haupternährer verlieren. Welpen erfrieren oder verhungern, weil die Fähe (weiblicher Fuchs) die Versorgung ohne den Rüden (männlicher Fuchs) alleine bewältigen muss oder weil sie auf Beutestreifzügen, die sie ansonsten nicht unternehmen müsste, erschossen oder überfahren wird. Auch Jungtiere, die zunächst heranwachsen, haben durch den Verlust des Fuchsvaters, der erheblich zur Versorgung in den ersten Wochen beitragen kann, wesentlich schlechtere Überlebenschancen. 3)

Untersuchungen aus Großbritannien weisen darauf hin, dass schon unter normalen Geländebedingungen jeder zweite Fuchs durch eine Schussverletzung lediglich verwundet wird.4)  Bei der Baujagd - also der Jagd an dem vermeintlich sicheren Ort, an dem sich die hochschwangere Füchsin aufhält – werden raubwildscharfe Hunde in die Höhle des Fuchses geschickt, um die Füchsin aus dem Bau den wartenden Jägern vor die Flinten zu treiben. Nicht selten hat die Füchsin schon Welpen, die entweder vom Jagdhund zerfetzt oder vom Jäger erschlagen oder erschossen werden.5)6) Relativ häufig zieht sich der Jagdhund bei den Beißereien mit wehrhaften Füchsen Verletzungen zu oder wird gar beim Auftauchen anstelle des Fuchses erschossen oder angeschossen.

Sowohl legal als auch illegal aufgestellte Totschlagfallen führen bei Füchsen immer wieder zu schwersten Verletzungen, insbesondere der Vorderläufe. Fuchswelpen werden meist ab April mit Drahtgitterfallen direkt am Fuchsbau gefangen. Die anschließende Tötung geht mit erheblichem Stress nicht nur für die Kleinen, die oft das „Abmurksen“ der Geschwister miterleben, einher, sondern auch für die Fuchsmutter, die ihren Welpen nicht mehr helfen kann.







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