Berlin: Haltungskennzeichnung notwendig und machbar


VIER PFOTEN Fahrrad-Aktion in Berlin, 22.11.2017 (c) VIER PFOTEN, Peter-Paul Weiler

22.11.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, Berlin 

 

VIER PFOTEN diskutiert mit Politikern über Kennzeichnung von Fleisch-, Eier- und Milchprodukten

Von Vier Pfoten

Beim Infopoint Tierschutz der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN informierten sich heute Bundestagsabgeordnete und Vertreter der Länder in Berlin über die Notwendigkeit und Machbarkeit einer verpflichtenden Haltungskennzeichnung für Nutztiere. Der Weg dahin war in den Sondierungen zur Jamaika-Koalition bereits eingeschlagen worden. „Wir fordern eine gesetzliche Haltungskennzeichnung für Nutztiere nach dem Vorbild der Eier-Kennzeichnung von 0 bis 3. Bei den Eiern haben Verbraucher und Handel sofort reagiert, Eier aus Käfighaltung sind aus den Regalen fast verschwunden“, sagt Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer von VIER PFOTEN Deutschland.

Ein gesetzliches Kennzeichnungsverfahren für Fleisch, Milch und Produkte mit verarbeiteten Eiern, das die Haltungsbedingungen erkennbar macht, sei ein deutlicher Schritt hin zu mehr Tierwohl. „Die gesetzliche Haltungskennzeichnung ist national umsetzbar, fügt sich in den europäischen Rechtsrahmen und bringt auch für die Erzeuger Planungssicherheit“, erklärt die Nutztier-Expertin Ina Müller-Arnke von VIER PFOTEN. Dabei trete die Haltungskennzeichnung nicht in Konkurrenz zu bestehenden Qualitäts- und Bio-Siegeln, sondern schaffe zusätzliche Transparenz.

Das von VIER PFOTEN geforderte Modell übernimmt die vier Stufen der Eier-Kennzeichnung:

0 – Tierhaltung nach den Vorgaben für ökologische Erzeugung

1 – Tierhaltung mit Auslauf im Freien/Grünauslauf

2 – Tierhaltung mit deutlich mehr Platz und Einstreu

3 – Tierhaltung nach gesetzlichem Mindeststandard

Neben der rechtlichen Umsetzbarkeit weist VIER PFOTEN auch auf die wirtschaftliche Realisierbarkeit hin. „Die Produktion nach gesetzlichem Mindeststandard wird mit 3 gekennzeichnet, sodass sich für die Erzeuger an der Stelle nichts ändert. 0 entspricht den heute geltenden Bio-Standards, ist also auch bereits etabliert. Lediglich für die Stufen 1 und 2 müssen Mechanismen entwickelt werden“, so Müller-Arnke. „Wenn diese Kosten auf die Produkte umgelegt werden, wird sich diese Abstufung von 0 bis 3 auch auf dem Preisschild im Supermarkt wiederfinden. Die Zwischenstufen zwischen industrieller Produktion und Bio – und damit die Wahlmöglichkeiten – gibt es heute nicht.“

Hintergrundinformationen: www.Haltung-zeigen.Berlin







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