IHK gefährdet den Standort Aachen – Protest gegen IHK Veranstaltung


Bildmontage: HF

07.11.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW 

 

Von Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie

Die IHK Aachen hat zu einem „Unternehmerforum Tihange“ eingeladen. Statt sich klar gegen die eklatante Unterversicherung der realen, ökonomischen Gefahren durch das Atomkraftwerk Tihange für die Aachener Unternehmerschaft zu positionieren, bietet die IHK den Lobbyisten der Nuklearindustrie am Donnerstag, den 9. November ein pseudo-neutrales Podium.

Das Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie (AAA) organisiert gegen diese Veranstaltung öffentlichen Protest und warnt die eingeladenen Aachener Unternehmer und Geschäftsführer vor zwei Formen der Verschleierung der Gefahren durch das AKW Tihange:

·      Einerseits sind die Risse deutlich problematischer als es von ENGIE Electrabel und deren wirtschaftlich abhängigen Wissenschaftlern behauptet wird.

·      Zum anderen muss jedem Unternehmer klar sein, dass bei einem möglichen Super-GAU in Tihange die Haftung von dessen Besitzer ENGIE Electrabel auf 1,2 Mrd. EUR gedeckelt ist, also für weniger als 1% der möglichen Folgekosten!       
Während viele Aachener Unternehmen bei einem Super-GAU in Tihange in die Insolvenz getrieben würden, könnte der Betreiber sein perfides Geschäft ungehindert weiter betreiben.

Eine IHK, die sich nicht um DIESE möglichen Verluste der Mitglieds-Unternehmen kümmert, verfehlt ihren Auftrag. Die Beschwichtigungspolitik von ENGIE Electrabel und FANC möglich zu machen, kann nicht Aufgabe der IHK sein!

Das erste, was die IHK fordern müsste, wäre eine angemessene Versicherung seitens ENGIE Electrabel, damit dadurch die möglichen Folgekosten eines Nuklearunfalls von den Aachener Unternehmen abgewendet würden. Das AAA versteht, dass sich die IHK nicht um die Gesundheit und das Wohl der Aachener Bevölkerung sorgen muss, aber die IHK sollte doch wenigstens die ökonomischen Belange ihrer Mitgliedsunternehmen berücksichtigen!

Auf der Veranstaltung werden auch Jan Bens, Direktor der belgischen Atomaufsicht FANC und Thierry Saegeman, Leiter des Nuklearbereichs bei ENGIE Electrabel vortragen. Beide sind ausgewiesene Schönredner der Pannenreaktoren Tihange 2 und Doel 3.

Mitglieder das AAA hatten bei einem Treffen bei ENGIE Electrabel die Offenlegung diverser Unterlagen eingefordert. ENGIE Electrabel hatte dies zugesagt – es dann aber zynischerweise mit einem Veröffentlichungsverbot der möglichen Erkenntnisse belegt. Danach war klar, dass das AAA sich solchen Verschwiegenheitsklauseln nicht unterwerfen wird.

Und mit solchen Interessenvertretern will die IHK „diskutieren“?

Das Schönreden der Zustände in Tihange hat bei der IHK Aachen Tradition. Bislang kamen dort nur der Atom-Lobbyist Prof. Hans-Josef Allelein, sowie der Betreiber Engie Electrabel zu Wort. Nach einem Besuch bei Electrabel verkündete die IHK Aachen in ihrer Pressemitteilung vom 30. Mai 2017 völlig unreflektiert, man habe dort gelernt, belgische Anlagen „gehörten laut verschiedener Studien zu den sichersten weltweit.“ Ganz anders sieht dies die Pro-Atom Organisation IAEO, denn sie führt in ihrer Statistik die belgischen AKW als die „unzuverlässigsten der gesamten Welt.“ (1)

Das AAA ruft stattdessen alle Aachener Bürger*innen auf, sich an dem Protest am 9. November zu beteiligen. Die angemeldete Aktion wird von 17:15 Uhr bis 18:30 Uhr vor der IHK-Aachen (Theaterstrasse 6-10) stattfinden.

Es sind viele Demonstrant*innen mit Schildern erwünscht, die zeigen, was von solchen Gesprächen mit den Betreibern der Schrottreaktoren zu halten ist.

(1) https://www.iaea.org/PRIS/WorldStatistics/ThreeYrsUnplannedCapabilityLossFactor.aspx







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