Vogelsterben / Insektensterben: Rede von Axel Mayer (BUND) beim "March against Monsanto & Syngenta" in Basel

22.05.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, Ökologiedebatte, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Hallo Basel, hallo Schweiz,
Ich soll Euch Grüße bringen.
Grüße aus dem „großen“ Kanton, wo der Agrochemiemulti Bayer gerade den Agrochemiemulti Monsanto schlucken will.
Die Mächtigeren schlucken die Mächtigen und werden mächtiger.

Deutschland führt gerade eine Wertedebatte & Leitkulturdebatte.
Doch unser höchster gesellschaftlicher Wert ist die Gier.
Unsere wahren Werte sind Warenwerte.
Ist es für Eidgenossen nicht erschreckend, wie ähnlich sich unsere Kulturen sind?

Ich spreche heute für den Bund für Umwelt und Naturschutz.
Wir sind ein bewahrender Naturschutzverband und gleichzeitig ein progressiver Umweltverband mit 500.000 Mitgliedern.

Zum heutigen Thema:
In den letzten Jahren rufen immer mehr besorgte Menschen in meinem Freiburger BUND-Büro an.

Sie berichten von einem massiven Rückgang derInsekten, Schmetterlinge und Vögel in ihren Gärten.

Die Menschen, die anrufen, haben schöne, blühende, giftfreie Gärten mit lokalen Pflanzen und doch lebt immer weniger in den Gärten.

Wer früher mit dem Auto übers Land gefahren ist, hatte insektenverschmierte Scheiben.

Heute sind die Insekten weg und die Scheiben sauber.

Unsere BUND-Käfer-Fachleute, die Entomologen berichten von einem massiven Insektensterben.

Insektensterben ist das falsche Wort:
Insektensterben ist immer auch Insektenvergiftung.

In Deutschland gibt es Studien, die von einem Rückgang der Insekten von bis zu 80 % berichten.

80%! Könnt Ihr Euch das vorstellen.

Die Fernwirkung der Gifte reicht in die blühenden Gärten und in die großen Naturschutzgebiete hinein.

Und Schwalben, Mauersegler und Fledermäuse leben von Insekten
Insektensterben ist immer auch Vogelsterben.

Nein Herr Blocher:
Nicht die Windräder sind das Haupt-Problem für die Vogelwelt.
Auch die Schweizer Vögel finden immer weniger Insekten.

Im Jahr 2008 hat eine „rosa“ Gift-Wolke 12.500 Bienenvölker am Oberrhein massiv geschädigt.
Viele Millionen Bienen sind an Neonicotinoiden gestorben.

Bienensterben ist das falsche Wort.
Bienensterben ist immer auch Bienenvergiftung.

Für´s Bienensterben, für´s Insektensterben, für´s Schmetterlingssterben gibt’s viele Ursachen:

Da sind ausgeräumte verarmte Landschaften, Monokulturen, Vermaisung, Naturverlust.

Da sind immer auch die Gifte von Bayer, Monsanto und Syngenta
Glyphosat & Neonics zählen auch zu den großen Ursachen des Insektensterbens.

Bayer, Monsanto und Syngenta arbeiten international.
Wir, die Umweltbewegung am Oberrhein, stehen seit Kaiseraugst und Schweizerhalle in alter Tradition immer auch regional, trinational, international zusammen.

Ich bin jetzt 43 Jahre aktiv und früher war nicht alles besser.

Besser geworden ist die Propaganda von Bayer, Monsanto und Syngenta
Je direkter die Demokratie, desto besser die Propaganda.

Ich bin jetzt schon 43 Jahre aktiv, seit Wyhl und Kaiseraugst & Schweizerhalle - und früher war nicht alles besser, aber wir waren wütender, zorniger und manchmal auch erfolgreicher.

In was für Zeiten leben wir, wenn Bienenvölker in Großstädten besser gedeihen als auf dem Land!

Wenn unsere Insekten sterben, dann müssen wir in postfaktischen Zeiten die Ursachen analysieren & klug bewerten und wir müssen dennoch wütend & zornig sein.

Ich stehe hier für den BUND, für einen Naturschutzverband.

Die Medien schauen gerne nach Afrika, wo die Nashörner von Wilderern ausgerottet werden.
Wir müssen für die Nashörner kämpfen.

Aber unser badisch-schweizer-elsässisches Nashorn ist der Käfer, der Schmetterling, die Schwalbe.

Und wir kennen die Firmennamen unserer Wilderer...

Auch darum stehen wir heute hier

Ich danke Euch 

 

  • Mehr Informationen zum Thema Vogelsterben: hier.
  • Mehr Informationen zum Thema Insektensterben: hier.






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz