Klimaproteste: Mehr als 10.000 demonstrieren in Paris


Bildmontage: HF

12.12.15
UmweltUmwelt, Internationales, Bewegungen 

 

Von Attac

COP21: Die Zeit der Appelle ist vorbei

Zum Ende des UN-Klimagipfels sind am heutigen Samstag weit mehr als 10.000 Menschen trotz Versammlungsverbots auf die Straßen von Paris gegangen. Sie protestierten gegen die unzureichenden Ergebnisse des Gipfels und machten deutlich, dass es eine starke, globale Bewegung gibt, von der die Lösungen für die Klimakrise ausgehen.

"Die Zeit der zahmen Appelle ist vorbei", sagte Dorothee Häussermann, Mitglied im bundesweiten Attac-Koordinierungskreis und derzeit in Paris.

"Trotz des verhängten Ausnahmezustands hat sich die Klimabewegung hier in Paris den Platz genommen, um ihre Vorstellung von einer klimagerechten Gesellschaft jenseits von Profit- und Wachstumszwang in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir haben uns untereinander weiter vernetzt und unsere Strategien für das kommende Jahr abgestimmt." Unter anderem verabredeten die Aktiven bei ihren Treffen in Paris für Mai weltweit koordinierte Blockaden von fossiler Infrastruktur, darunter im Braunkohlerevier in der Lausitz.

Gegen Mittag des heutigen Samstags demonstrierten mehr als 10.000 Menschen in der Nähe des Arc de Triomphe und gedachten der Opfer des Klimawandels. Mit roten Blumen, Bannern, Regenschirmen markierten sie "rote Linien", die nicht überschritten werden dürfen, wenn die Möglichkeit eines ökologischen und sozialen Gleichgewichts bestehen bleiben soll. Von dort zog die Menschenmenge in einer spontanen, von der Polizei tolerierten Demonstration zum Champ-de-Mars in der Nähe des Eiffelturms. Dort soll im Lauf des Nachmittags noch eine Menschenkette gebildet werden.

Schwaches Verhandlungsergebnis wird Klimakrise weiter verschärfen

Attac kritisiert den vorliegenden Vertragstext als unzureichend. Das schwache Ergebnis sei unter anderem dem massiven Einfluss von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen auf die Verhandlungen geschuldet.

"Die EU und USA haben es geschafft, sich als 'hochambitionierte' Klimavorreiter zu profilieren. Doch was hier beim Klimagipfel als Erfolg verkauft wird, wird die Klimakrise weiter verschärfen. Die Regierungen bedienen vorrangig die Interessen der Öl-, Agrar- und Finanzmarktkonzerne und ignorieren die Ursachen des Klimawandels", sagte Dorothee Häussermann. Statt auf den raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, auf weniger globalen Güterhandel oder weniger industrielle Landwirtschaft zu setzen, würden marktbasierte und technologische Lösungen forciert und klimaschädliche Abkommen wie TTIP vorangetrieben.

Verpflichtende Emissionsreduktionen oder die Anerkennung der Menschenrechte fehlten im Text.

Dorothee Häussermann: "Von den Regierungen sind keine ernsthaften Lösungen für die Klimakrise zu erwarten. Lösungen werden nur von unten, vom lokalen und globalen Widerstand der Menschen kommen."







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