Ecuador: 750.000 wollen Volksabstimmung über Ölbohrung im Nationalpark


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16.04.14
UmweltUmwelt, Internationales, Bewegungen, News 

 

von klimaretter.info

Letzte Chance für Yasuní

Ecuadorianische Umweltaktivisten der Gruppe Yasunidos [1] haben 756.291 Unterschriften beim Nationalen Wahlausschuss des lateinamerikanischen Landes eingereicht – für eine Volksabstimmung über die Erdölbohrungen im Regenwald-Nationalpark Yasuní.

Das berichtet [2] die ecuadorianische Tageszeitung 'El Comercio'. Yasunidos will die Bohrungen in dem Naturschutzgebiet stoppen. Um die Volksabstimmung zu erwirken, wären knapp 600.000 Unterschriften nötig gewesen.

Gestern war der letzte von 180 Tagen zum Sammeln der Unterschriften. "Es geht dabei nicht nur um Politik, weder um Partein, noch um Bewegungen. Es ist eine Frage der Bürgerschaft", sagte Esperanza Martínez von Yasunidos gegenüber El Comercio. Der Wahlausschuss hat nun 15 Tage Zeit, um zu prüfen, wie viele Unterschriften gültig sind. Sind es ausreichend viele, muss die Regierung in weiteren 15 Tagen einen Termin für die Volksabstimmung festlegen. Dieser muss innerhalb der folgenden 60 Tage liegen.

Im Januar war nach Angaben des ecuadorianischen Energieministeriums bereits der Startschuss für die Förderung von Erdöl in dem Amazonasgebiet gefallen. Seit Jahren herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Erdölvorkommen unter dem Biosphärenreservat gefördert werden sollen. Ecuadors Präsident Rafael Correa hatte 2007 die Yasuní-ITT-Initiative [4] ins Leben gerufen: Die Weltgemeinschaft sollte das südamerikanische Land dafür entschädigen, das Erdöl im Boden zu lassen.

Ein einmaliges Vorhaben, das zunächst auf viel Zustimmung stieß, aber dann ins Trudeln geriet [5]. Potenzielle Geberländer wie Deutschland äußerten Bedenken, dass das Projekt Schule machen könnte und auch andere Länder Entschädigungen für den Verzicht auf Förderung von fossilen Ressourcen fordern würden. Sie hatten daraufhin ihre Zusagen zurückgezogen, in den von den Vereinten Nationen eingerichteten Treuhandfonds einzuzahlen. Im August vergangenen Jahres erklärte Correa seine Initiative schließlich für gescheitert [6].

Regenwälder sind nicht nur extrem artenreich, sie binden auch besonders viel Kohlendioxid [7] und sind deshalb von großer Bedeutung für den Klimaschutz. (klimaretter.info/scz)

Im Text verwendete Links:

1. yasunidosinternacional.org/about/german
2. www.elcomercio.com/politica/_0_1119488113.html
4. http://de.wikipedia.org/wiki/Yasuni-ITT-Initiative
5. http://www.klimaretter.info/protest/hintergrund/9186
6. www.klimaretter.info/umwelt/hintergrund/14349
7. nachhaltigkeit.info/artikel/regenwaelder_als_co2_senken_1720.htm

[1] (Foto: BankTrack/Wikimedia Commons)

www.klimaretter.info/umwelt/nachricht/16173


VON: KLIMARETTER.INFO






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