Krieg zwischen japanischen Walfänger und Sea Shepherd in der Antarktis verschärft sich

08.02.09
UmweltUmwelt, Internationales, Bewegungen 

 

Raubfischer des Tenno führen Seekrieg gegen Walschützer mit militärischen Equipment

Hagen/Westf. (sk) - Japanische Walfänger werden in der Antarktis von dem ehemaligen Greenpeace-Mitbegründer, dem Kanadier Paul Watson, mit seiner eigenen Organisation Sea Shepherd und seinem Schiff "Steve Irwin" verfolgt. Nachdem Crew-Mitglieder Buttersäure auf das Deck des Walfangschiffs geschleudert hatten, antworteten die Japaner mit dem Einsatz von Hochdruck-Wasserkanonen und dem Bombardement der Walschutz-Crew mit Metallkugeln. Dabei wurden auf dem Schlauchboot der Aktivisten ein Kameramann und ein Aktivist verletzt.

Die japanischen Walfänger, die sich alljährlich aufgrund ihres illegalen Walfangs internationalen Protesten aussetzen müssen, da sie unter dem Deckmantel von "Forschung und Wissenschaft" die Waljagd betreiben, die bereits 1986 durch einen Moratoriumsbeschluss der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) verboten wurde, setzten darüber hinaus erstmals gegenüber den Sea Shepherd Walschützern ein militärisches Schallwellen-Waffensystem (LRAD) ein. Dabei werden hochfrequente Schallwellen ausgesendet, die Desorientierung mit Übelkeit und Schwindel hervorrufen.

Die "Steve Irwin" verfolgt die Walfangflotte seitdem in sicherem Abstand. Dabei setzen die Walschützer zwei Schlauchboote und einen Helikopter ein, sobald die Walfänger versuchen, Wale zu harpunieren. Die Strategie von Sea Shepherd ist es, die fliehende Japan-Flotte in Bewegung zu halten, da sie nur aus einer Ruheposition heraus jagen kann.

Sea Shepherd Gründer Paul Watson, der auch Kuratoriumsmitglied im westfälischen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) ist und der sich zusammen mit dem WDSF-Gründer Jürgen Ortmüller vor neun Jahren auf den europäischen Färöer-Inseln gegen den alljährlichen tausendfachen Grindwalmord, der immer noch praktiziert wird, aktiv eingesetzt hat, ist sich sicher, dass er mit seiner Verfolgungs-Strategie im Südpolarmeer erfolgreich ist. "Solange wir die Japaner in Bewegung halten, stirbt kein Wal", teilt er dem WDSF mit.

Ortmüller, der anlässlich einer WDSF-Protestaktion gegen den japanischen Wal- und Delfinfang im letzten September in der japanischen Botschaft in Berlin ein langes Gespräch mit dem japanischen Staatssekretär Takuyo Mikami hatte, will seine bilateralen Verbindungen zur Botschaft nutzen, um den Walfang der Japaner zu stoppen oder zumindest eine "Waffenruhe" in der Antarktis zu erreichen.

Ortmüller: "Das WDSF hatte bereits anlässlich der letztjährigen Tagung der IWC angeboten, "den Japanern die Hand zu reichen". Wir erreichen inzwischen mehr durch persönliche Gespräche, als durch ausschließliche Kritik gegenüber den Japanern, da sie sich in ihrem Nationalstolz gekränkt fühlen, wenn gegen eine Jahrhunderte alte Tradition votiert wird. Das kann die japanische Regierung im eigenen Land nicht verkaufen. Also bemüht sich das WDSF, den Kontakt zu halten und hat heute dem japanischen Botschafter in Berlin mitgeteilt, dass wir gerne bereit sind, zu den Aktivisten von Sea Shepherd einen direkten Kontakt herzustellen. Gegenseitige Gewalt ist auf Dauer keine Lösung und führt nur zu Unverständnis und das hilft den Walen nicht."

 







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz