Welche Energieerzeugung ist umweltpolitisch und ethisch akzeptabel?

25.01.12
UmweltUmwelt, Wirtschaft, News 

 

von Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V.

Können Normen beim Kampf gegen den Klimawandel helfen?

 Diese und weitere Fragen sind auf dem KNU/BBU-Workshop „Energie, Klimawandel, Anpassung an den Klimawandel und Normung“ in Bonn intensiv beraten worden.
Die Anwesenden u. a. aus Bürgerinitiativen, Kommunalparlamenten, vom Umweltbundesamt sowie aus den Normungsinstituten DIN und DKE haben sich kritisch mit neuen Technologien wie der „Unkonventionellen Gasförderung – Fracking“ oder „Carbon Capture and Storage“ (CCS) und mit Lösungsmöglichkeiten durch Normung befasst.

Nik Geiler, Wasserexperte des BBU, stellte ein Konzept für den preiswerten Transport von Windstrom von der Nordsee in den Süden vor. Neben den technischen Anlagen zur Umwandlung des Stroms in Gas sind dafür lediglich gesetzliche Initiativen für eine kostendeckende Einspeisevergütung für die Rückverstromung der Blockheizkraftwerke notwendig.

Valentin Hollain von Eurosolar kritisierte das Konzept „Desertec“, mit dem unsere Energieprobleme durch den Bau riesiger Solaranlagen in Nordafrika gelöst werden sollen. Neben massiven Verlusten durch den Transport des Stroms würde ein zentrales Energieversorgungssystem festgeschrieben. Preiswerter und sinnvoller wäre die Erzeugung von regenerativem Strom dezentral durch Wind- und Solaranlagen von Stadtwerken und Bürgern.

Jürgen Rochlitz, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Gegen das Steinkohlekraftwerk Arneburg“, informierte über die Risiken der CO2-Abscheide- und Speichertechnologie „Carbon Capture and Storage“ (CCS). Schlagartige und schleichende Freisetzungen des erstickend wirkenden CO2 seien vor allem bei der unterirdischen Speicherung nicht auszuschließen.

"CCS ist energiepolitisch völlig überflüssig; es zementiert eine überholte Energiepolitik mit zentralen Großkraftwerken und verlängert die klimaschädliche Kohlenutzung. Die nötigen Investitionen für einen grundsätzlichen Systemwechsel, damit in eine dezentrale, rekommunalisierte und regenerativ ausgerichtete Energieversorgung mit intelligenten Netzen und Stromspeichern, wird behindert."
so sein Fazit.  

Jörn Krüger aus der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren Nordwalde“ widmete sich den gefährlichen Umweltauswirkungen von Fracking, der Unkonventionellen Gasförderung. Wie bereits in Frankreich und Bulgarien sollte Fracking auch in Deutschland verboten werden, lautete seine abschließende Forderung.

Die Verwendung und Normung von Biomasse zur Energieerzeugung wurde von Nik Geiler sehr kritisch gesehen. In den Erzeugerstaaten ist das Problem der Verdrängung von Anbauflächen für Nahrungsmittel durch Flächen für Energiepflanzungen in der Regel ungelöst. Es sollte ein Importstopp für Biomasse aus Übersee verhängt werden, damit unser Biosprit nicht auf Kosten des Hungers von Menschen in den Erzeugerstaaten produziert wird, war eine der Schlussfolgerungen von Nik Geiler, AK Wasser im BBU.

Reiner Hager vom Deutschen Institut für Normung (DIN) stellte die bereits vorhandenen Normungsaktivitäten im DIN im Bereich Klima vor. Kritisch gab er zu bedenken: „Normung kann politische Fragestellungen nicht ersetzen. Normung kann nur Dienstleitungen zur Erreichung der Ziele bereit stellen.“

Weitere Ergebnisse des BBU/KNU-Workshops werden in Kürze auf der Homepage des BBU (www.bbu-online.de) veröffentlicht. Der Workshop ist im Rahmen des Projekts „Koordinierungsbüro Normungsarbeit der Umweltverbände“ (KNU) veranstaltet worden, das vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt (UBA) finanziell gefördert wird.

http://www.bbu-online.de/

 

  


VON: BBU






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