Atomtod aus Bayern


Bildmontage: HF

04.11.10
UmweltUmwelt, Internationales, Bayern 

 

von Dieter Braeg

Aus der Kurzstudie zu Schwachstellen in den Kernkraftwerken SWR 69 Brunsbüttel, Isar 1, Krümmel und Philippsburg - Verfasser: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kromp u.a. Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften kommen die Autoren der Analyse(Auszug) zu folgendem Schluss:

„Eine Untersuchung der Schwachstellen in den Kernkraftwerken SWR 69 Brunsbüttel, Isar 1, Krümmel und Philippsburg ergab folgende grundlegende Probleme:

  • Die schwerwiegenden Konstruktionsmängel können durch Nachrüstungsmaßnahmen nicht ausgeglichen werden.
  • Das Design des Reaktordruckbehälters erfüllt nicht die Grundbedingungen der Basissicherheit, weder hinsichtlich der Minimierung der Anzahl der Schweißnähte noch hinsichtlich der ausreichenden Prüfbarkeit.
  • Die grundlegende Forderung des Basissicherheitskonzepts nach einem optimierten RDB-Werkstoff ist nicht erfüllt.“

Der komplette Bericht der im Auftrag der Oberösterreichischen Landesregierung,  der Niederösterreichischen Landesregierung, der Salzburger Landesregierung und der Umweltanwaltschaft Wien erstellt wurde ist nachzulesen unter:

www.anschober.at/files/presse/1133//20101027Schwachstellenbericht_SWR_69_Rev4.pdf

Die Untersucher stellen weiter fest:„Die Druckbehälter dieser Bauserie entsprechen demzufolge in keiner Weise den Basissicherheitskriterien,  wie sie für spätere Reaktor Generationen  durchgesetzt wurden. Eine Lebensdauerverlängerung für diesen Reaktortyp beinhaltet ein nicht akzeptables Risiko.Bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk des Typs SWR 69 tritt mit Sicherheit eine große Freisetzung von Radioaktivität in die Umgebung auf. “

Wolfgang Kromp einer der Gutachter befürchtet, dass der hohe Druck (70 Bar) besondere Gefahren birgt. Dieser Mangel war bereits im Jahre 1978 bekannt.
„Damals konnten nicht einmal die Anforderungen der österreichischen ‚Dampfkesselverordnung“ erfüllt werden“ und „Die Geburtsfehler dieser Baureihe sind bis heute tickende Bomben“.

Auch der ehemalige Chef der deutschen bundesweiten Atomaufsicht, Wolfgang Renneberg (abgelöst seit Beginn der SCHWARZgelbatomkraftwerksverlängerungskoalition) benennt das Problem:
„Eine Nachrüstung dieser veralteten Reaktoren ist praktisch ausgeschlossen, da viel zu teuer.“ Isar 1 „glänzt“ mit insgesamt 44 meldepflichtigen Störfällen von 1993 bis 2004. Biblis und Krümmel übertreffen diese Störfallmeldungszahlen noch.

Ein Flugzeugabsturz würde zu einer Katastrophe führen, die noch größere Ausmaße als Tschernobyl haben dürfte. Der Isar 1 Reaktor samt einem danebenliegenden  Reaktor der Baureihe 72 liegt in einer der Anflugschneisen des Flughafens München.

Das man jene strafrechtlich verfolgen will, die „schottern“ wollen, wenn’s gegen die Castor Transporte geht, zeigt das tatsächliche Bild einer Gesellschaft, die den Tod durch einen AtomkraftwerksGAU als nicht strafwürdig erachtet, sondern lieber jene verfolgt, die diesem Atomkraftwerkswahnsinn ein Ende bereiten wollen.

Der Grund?

Nun, der verlängerte Betrieb der insgesamt 17 deutschen AKW’s,  beschlossen durch die Merkel&Coregierung,  garantiert den Konzernen in den nächsten zehn Jahren mindestens Einkünfte von 50 Milliarden €.

Dieter Braeg


VON: DIETER BRAEG






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