Letzte Nerzfarm in Sachsen stillgelegt: PETA begrüßt Ende der Tierquälerei


Nerz in einem verdreckten Käfig auf einer deutschen Pelzfarm / © PETA

28-01-18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Sachsen 

 

Von PETA

Forderung nach bundesweitem Verbot

Einem Medienbericht zufolge hat der Betreiber der letzten Pelzfarm in Sachsen seinen Betrieb stillgelegt und züchtet bei Seelitz keine Nerze mehr. Dies bestätigte auch das Landratsamt Mittelsachsen der Neuen Presse. Bei der Anlage handelte es sich um eine der letzten Pelzfarmen in Deutschland. Der Betreiber hatte sich seit 2011 geweigert, die Tiere gemäß der damals gültigen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung unterzubringen und beispielsweise die Käfige ordnungsgemäß zu vergrößern. Die Tierrechtsorganisation PETA, die bereits 2012 Strafanzeige gegen den Züchter gestellt hatte, ist erfreut über die Schließung und erneuert ihre Forderung nach einem bundesweiten Pelzfarmverbot.
 
„Alle Tierfreunde sind glücklich, dass die Nerzfarm in Döhlen nach jahrelangem Rechtsstreit endlich stillgelegt wurde. Das Vergasen von empfindsamen Tieren für Pelz hat dort nun ein Ende“, sagt Frank Schmidt, Senior Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei PETA. „Die Pelzindustrie ignoriert seit Jahren Tierschutzvorgaben – das macht ein generelles Verbot von Pelzfarmen dringend notwendig. Wir werden nicht aufgeben, bis alle Pelzfarmen im In- und Ausland geschlossen sind.“ 

PETA fordert ein generelles Verbot von Pelzfarmen durch den Bundestag, was laut GfK-Umfrage ebenfalls knapp 80 Prozent der Deutschen befürworten. Die meisten Menschen hierzulande lehnen Pelz entschieden ab. Dennoch existieren noch drei weitere Nerzfarmen in Deutschland, die seit Jahren mit viel zu kleinen Käfigen und fehlenden Schwimmbecken für die wasserliebenden Tiere betrieben werden. Aktuell existiert noch eine Farm in Grabow (Sachsen-Anhalt) und eine weitere in Rahden (Nordrhein-Westfalen) sowie eine Hobbyzucht von 50 Nerzen bei Osnabrück.

In Deutschland ist im September 2017 ein neues Gesetz zur Pelztierhaltung in Kraft getreten, dass den Pelzzüchtern größere Käfige, festen Boden und Schwimmbecken vorschreibt, wie es zuvor schon seit 2016 spätestens hätte umgesetzt werden müssen. Die Pelzfarmer klagten jedoch vor den Verwaltungsgerichten, um Zeit und Rechtsschutz vor den angedrohten Schließungen zu erhalten

Nerze lieben es, zu schwimmen und leben meist in der Nähe von Gewässern. Sie können mit nur einem Atemzug 15 Meter tief tauchen. In freier Wildbahn verteidigen die Wildtiere ihr Revier sehr intensiv und sind absolute Einzelgänger, während sie auf Deutschlands Pelzfarmen zu Zehntausenden in winzige Drahtkäfige gesperrt werden, was zu häufigen Verhaltensstörungen und Selbstverstümmelungen bei den Nerzen führt.







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