Nicht nur beim Frühstücksei: Bio-Fachhandel und Ökolandbau sorgen für Sicherheit bei Lebensmitteln

01.09.17
UmweltUmwelt, Wirtschaft, News 

 

EU-Agrarminister müssen in Tallinn über den Eierbecher hinausblicken

Von BNN e.V.

Das Insektizid Fipronil wurde in den letzten Wochen in Millionen von Eiern in Europa nachgewiesen. Noch immer ist unklar, seit wann genau Desinfektionsmittel mit dem verbotenerweise zugesetzten Stoff in Hühnerställen zum Einsatz kamen. Verzweigte und intransparente Warenströme erschweren die Aufklärung. Fipronil steht daher auch auf der Tagesordnung der EU-Agrarminister vom 3. bis 5. September in Tallinn. Klar ist aber, dass die Verbraucher beim Eierkauf im Naturkostfachhandel beruhigt zugreifen können. Nach intensiven Recherchen konnte bisher ausgeschlossen werden, dass Eier mit Fipronil-Rückständen in Bio-Fachgeschäfte und Bio-Supermärkte in Deutschland gelangt sind.

Der Naturkost-Fachhandel bietet für Kunden somit die größte Sicherheit. Grund ist, dass die angebotenen Eier bevorzugt von selbständigen bäuerlichen Bio-Betrieben in der jeweiligen Region stammen. Naturkost-Großhändler und Ladeninhaber wählen verantwortungsbewusste Handels­partner, und auch Kunden können sich jederzeit die Namen der Lieferanten nennen lassen und sich bei einer Führung oder bei Hoffesten selbst ein Bild machen. Viele der Legehennen-Betriebe, die Eier für den Bio-Fachhandel produzieren, sind zusätzlich zertifiziert von Bio-Anbauverbänden, die noch höhere Anforderungen an die Tierhaltung und das Futter stellen als die EU-Öko-Verordnung. Sie investieren darüber hinaus in innovative und artgerechte Tierhaltung wie Wintergärten oder Mobilställe. Aufgrund dieser höheren Qualität und Sicherheit sind Bio-Eier im Fachhandel etwas teurer als im Discounter oder im konventionellen Supermarkt.

„Die industrielle Produktion von Nahrungsmitteln verursacht seit Jahren immer neue Lebensmittel­skandale. Preiskämpfe gehen oft auf Kosten der Sicherheit von Lebensmitteln und des Tierschutzes“, kritisiert Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren e.V. (BNN). „Die niedrigen Preise spiegeln zudem nicht die Kosten wieder, die die Massenproduktion letztendlich für uns alle verursacht, zum Beispiel durch das Auslaugen von Böden und die Verschmutzung des Grund­wassers.“ Der BNN und seine Mitgliedsunternehmen – rund 200 Hersteller von Bio-Lebensmitteln und Naturwaren, Naturkostgroßhändler, Bioläden und Bio-Supermärkte – engagieren sich für eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft und setzen auf übersichtliche und vertrauensvolle Lieferbeziehungen.

„Es ist an der Zeit, die EU-Agrarmilliarden umzuverteilen, die bisher vor allem an Großbetriebe in der Landwirtschaft gehen und eine exportorientierte Massenproduktion stützen“, fordert BNN-Geschäfts­führerin Röder. „Die EU-Agrarminister sollten in Tallinn daher nicht nur über verbessertes Risiko­management sprechen, sondern auch über eine gemeinsame Agrarpolitik, die die Gefahr von Skandalen reduziert. Dazu gehören die Unterstützung einer transparenten Lebensmittelproduktion mit kurzen Lieferketten sowie kleiner und mittelgroßer Betriebe, die umwelt- und tierfreundlich wirtschaften.“







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