Nach Schreiben von PETA: Universität Zürich beendet mit sofortiger Wirkung Geschäftsbeziehung zu Liberty Research


19.10.17
UmweltUmwelt, Internationales, Bewegungen 

 

Von PETA

Tierrechtsorganisation begrüßt tierfreundliche Entscheidung der Hochschule

Im Juni veröffentlichte die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland Materialien von einer Augenzeugenermittlung ihrer Partnerorganisation PETA USA. Die Aufnahmen zeigen die schockierenden Zustände beim Vertragslabor Liberty Research, das auch eine Hunde- und Katzenzucht betreibt und Tiere zu Versuchszwecken verkauft. Zu den Kunden des Labors zählte neben Bayer, Novartis und diversen amerikanischen Universitäten auch die Universität Zürich (UZH). PETA Deutschland kontaktierte die Verantwortlichen der UZH, informierte die Hochschule über die gravierenden Missstände und bat darum, die Geschäftsbeziehungen zu Liberty zu überdenken. Nun teilte der für den Bereich Forschung zuständige Prorektor der Tierrechtsorganisation mit, dass „die Universität Zürich indes mit sofortiger Wirkung darauf verzichtet hat, Katzen von Liberty Research zu beziehen.“

 

„Wir freuen uns über diese mitfühlende Entscheidung und danken der Universität Zürich“, so Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland. „Gleichzeitig appellieren wir an die verbleibenden Vertragspartner, in Anbetracht der schockierenden Bilder ebenfalls Konsequenzen zu ziehen.“

 

Zu den aktuellen Kunden von Liberty Research gehören Bayer, Merial, Novartis, Merck USA, Zoetis und andere veterinärmedizinisch orientierte Pharmafirmen. Darüber hinaus verkauft Liberty Hunde und Katzen zur Nutzung im Tierversuch an Regierungsbehörden wie das Kriegsveteranenministerium und das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) sowie an Bildungseinrichtungen wie die Michigan State University und die Universitäten von Pittsburgh, Florida und Louisville.

2005 und 2016 veröffentlichten Wissenschaftler der Vetsuisse-Fakultät Zürich Studien, aus denen hervorgeht, dass in diesem Zeitraum wiederholt Katzen von Liberty für Tierversuche an der Universität Zürich erworben wurden. Die Tiere wurden unter anderem zur Erforschung des felinen Leukämievirus sowie der felinen infektiösen Anämie bei Katzen eingesetzt.

Katzen wurden bei Liberty in kahlen, fensterlosen Gehegen unter völlig unnatürlichen Bedingungen und ohne Beschäftigungsmöglichkeiten gehalten Einige Gehege waren so überfüllt, dass die Zustände eher an „Animal Hoarding“ erinnerten als an ein gut finanziertes, reguliertes Labor mit Verbindungen zu Pharmariesen und Universitäten. Einige der Katzen waren offenbar nicht in der Lage, ausreichend Nahrung aufzunehmen und wurden immer dünner. Dennoch setzten die Verantwortlichen sie nicht in andere Gehege; ihr Wohlbefinden war kaum von Bedeutung.
 
Eine Vorgesetzte beschrieb die erbärmlichen Lebensbedingungen der Katzen in Libertys Zuchtbetrieb. Sie erklärte, den Katzenmüttern würden die Babys weggenommen und tätowiert – damit gelangen auch sie in den Kreislauf voller Entbehrungen und Schmerz. Die Mütter kommen noch am gleichen Tag wieder in die Zucht. „Sie bekommen keine Pause. […] Es gibt oft Probleme bei der Geburt, weil sie untergewichtig sind, aber das wird durch die Schwangerschaft verdeckt. Wenn sie stillen, geht es mit ihnen bergab, weil sie den Bedarf nicht decken können.“ Zwei Mitarbeiter gaben an, erstickte Katzen unter umgeworfenen Katzentoiletten gefunden zu haben. Das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten lud Liberty im März 2016 vor, nachdem Katzenbabys auf ähnliche Weise gestorben waren. Ein Mitarbeiter berichteten von einem Vorfall, bei dem ein Brett, auf dem die Katzen liegen konnten, umkippte und eine Katze „zerquetschte“.

 

Weitere Informationen:
PETA.de/Vertragslabor-USA







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