Raus aus der Kohle – Wälder schützen! Protest in Leipziger Innenstadt


Braunkohletagebau; Foto: Greenpeace

02-02-18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Sachsen 

 

Von Robin Wood

Heute Vormittag protestieren Aktive von ROBIN WOOD und der Gruppe LEKLIMA in der Leipziger Innenstadt gegen die Verstromung von Braunkohle. Kletternde spannten ein Banner mit der Aufschrift „Raus aus der Kohle – Wälder schützen! #HambacherForstBleibt – Zwangsumsiedlung verhindern! #Pödelwitz“ zwischen Bäumen an der Straßenbahnstation Wilhelm-Leuschner-Platz. Die Aktivist*innen verteilten Flyer und kamen ins Gespräch mit  Passant*innen. Sie fordern, die Braunkohle in den deutschen Revieren zum Schutz von Klima, Natur und Anwohner*innen im Boden zu lassen. Die Leipziger Stadtverwaltung und die Stadtwerke fordern sie auf, entschiedener gegen die klimaschädigende Braunkohle vorzugehen und Alternativen zu stärken.

Kohlestrom ist nicht nur die klimaschädlichste Form der Energieerzeugung, sondern hat verheerende Folgen für Natur und Anwohner*innen. So soll der Jahrtausende alte Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen, der Heimat für mehrere vom Aussterben bedrohte Arten ist, der darunterliegenden Kohle geopfert werden. Aktivist*innen halten einen Teil des Waldes seit Jahren besetzt, um ihn zu schützen.

„Wir wenden uns heute hier an die Leipziger Öffentlichkeit, um darauf aufmerksam zu machen, dass Umwelt- und Waldschützer kriminalisiert und verhaftet werden und das, obwohl sie tun, was eine Mehrzahl der Deutschen unterstützt“, erklärte eine der Leipziger Aktivst*innen.

„Bundesweit solidarisieren sich dieser Tage Menschen mit den Besetzer*innen im Hambacher Forst und den neun Verhafteten.“

Auch in dem 700 Jahre alten Dorf Pödelwitz, südlich von Leipzig, soll Kohle abgebaggert werden. Dafür will die LEAG das Dorf zwangsumsiedeln und den Menschen ihr Zuhause nehmen. Die Kohle geht in das – ebenfalls im Leipziger Süden liegende – Kraftwerk Lippendorf, welches 2013 auf Platz drei der gesundheitsschädlichsten Kraftwerke in Deutschland landete. Einer Greenpeace-Studie zufolge sorgt es jährlich für über 200 vorzeitige Tode sowie über 2.200 verlorene Lebensjahre.

„Es ist höchste Zeit, die Kosten und Risiken der Braunkohleverstromung ernst zu nehmen. Umwelt- und Klimazerstörung dürfen nicht aus ökonomischen Gründen in Kauf genommen werden. Als klimabewusste Stadt muss Leipzig allen Menschen grünen Strom liefern – unabhängig von deren finanzieller Situation“, fordert Aktivist Jonathan Schultz.

„Der Klimawandel ist schon jetzt im vollen Gange. Bei der Frage, ob wir es schaffen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, geht es für viele Menschen weltweit um Leben oder Tod. Industrieländer wie Deutschland sind in der Verantwortung jetzt schnell zu handeln“, sagt ROBIN WOOD-Energiereferentin Ronja Heise. „Der Kohleausstieg muss sofort beginnen und entschieden umgesetzt werden. Wir brauchen ein anderes Energiesystem und müssen unseren Energieverbrauch drastisch reduzieren.

Die Zeit der Kohle ist abgelaufen – ihr dürfen kein weiterer Baum und kein weiteres Dorf zum Opfer fallen.“







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz