Proteste für Klimagerechtigkeit am Wochenende im Rheinischen Braunkohlerevier


Bildmontage: HF

02.11.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW 

 

Pacific Climate Warriors und Ende Gelände fordern gemeinsam sofortigen Kohleausstieg + Wirksamer Klimaschutz findet in der Grube und auf der Straße statt

Von Ende Gelände

Im Vorfeld der 23. Internationalen Klimakonferenz (COP23) tritt das Bündnis Ende Gelände am Wochenende erneut mit einer Aktion massenhaften zivilen Ungehorsams für Klimagerechtigkeit ein. Das Bündnis kündigt an, dass mehr als tausend Aktivist*innen am Sonntag, den 5.

November, mit ihren Körpern Kohleinfrastruktur im Rheinischen Revier blockieren werden. Mit direkten Aktionen machen die Aktivist*innen auf soziale und klimatische Krisen aufmerksam. Sie fordern den sofortigen Ausstieg aus der Kohle und fossilen Energien im Rahmen einer radikalen sozial-ökologischen Transformation.

Aus Sicht des Bündnisses zeigen die derzeitigen Sondierungsgespräche in Berlin, dass der Wille zur Durchsetzung von Klimagerechtigkeit fehlt.

„Es ist absurd, dass in Bonn über Klimaschutz verhandelt wird, während in Berlin der Kohleausstieg blockiert wird. Alle Absichtserklärungen zum Pariser Klimaschutz- Abkommen bleiben Schall und Rauch, solange die Industrie in Deutschland die Klimakrise mit Kohlekraftwerken weiter befeuert“, sagt Dorothee Häußermann, Sprecherin von Ende Gelände.

„Deshalb stehen wir mit Aktionen zivilen Ungehorsams für Klimagerechtigkeit ein, gegen die Untätigkeit auf allen Ebenen und gegen das Geschachere um einzelne Emissionsprozente im politischen Diskurs."

Den Vorsitz der Klimakonferenz hat der pazifische Inselstaat Fidschi inne – einer der am stärksten durch den Meeresspiegelanstieg betroffenen Staaten. Die Pacific Climate Warriors, Aktivist*innen aus dem Südpazifik, führen in Solidarität mit Ende Gelände am Sonntagmorgen eine traditionelle Zeremonie durch. Im von der Umsiedlung betroffenen Manheim-Kerpen fordern sie unweit des Tagebaus Hambach den Kohleausstieg für das Überleben der Pazifikinseln. Sie unterstreichen: Die Forderungen des Ende Gelände-Bündnisses sind legitim und notwendig.

„Der sofortige Kohleausstieg, ein jetzt notwendiger Schritt hin zu einer gerechten Welt, wird in der Bundespolitik nicht verhandelt. Bei den derzeitigen Sondierungsgesprächen geht es um grünen Kapitalismus, um Scheinlösungen auf Kosten von Menschen und Umwelt weltweit. Wir nehmen das nicht länger hin und zeigen mit unseren direkten Aktionen, was für Klimagerechtigkeit getan werden muss“, sagt Pressesprecherin Janna Aljets.

 

Ende Gelände ist ein Aktionsbündnis für den sofortigen Braunkohleausstieg. Es besteht aus Gruppen und Einzelpersonen, die aus verschiedenen sozialen Bewegungen und politischen Spektren kommen. Ende Gelände ist Teil einer globalen Graswurzelbewegung, die für Klimagerechtigkeit, gegen fossile Energieträger und für eine globale Energiewende von unten eintritt. Bereits im August 2015 und 2017 gab es Blockaden im Rheinland und im Mai 2016 in der Lausitz.







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz