Thesenanschlag in Hannover / Anti-Atomkraft-Initiativen stellen Forderungen


Anti-Atom-Demo in Lingen am 9.9.17; Foto: BBU

01.11.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen 

 

Von BBU

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) begrüßt den Thesenanschlag niedersächsischer Anti-Atomkraft-Initiativen. Mit Blick auf die aktuelle Regierungsbildung in Hannover fordert der BBU ebenso wie die Bürgerinitiativen, dass das Thema Atomausstieg verstärkt auf die politische Tagesordnung gesetzt werden muss. Nach Angaben von BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz „müssen die niedersächsischen Atomkraftwerke in Lingen und Grohnde sofort stillgelegt werden, ebenso die Brennelementefabrik in Lingen, die beispielsweise auch belgische Atomkraftwerke mit Nuklearbrennstoff beliefert. Und beim Themenfeld Atommüll bestehen vielschichtige und drängende Handlungsbereiche.“

Am Reformationstag (31. Oktober 2017) haben Anti-Atomkraft-Initiativen symbolträchtig atompolitische Thesen und Forderungen an eine Holztür vor dem Landtag in Hannover genagelt. In einer Pressemitteilung der Initiativen heißt es dazu:

„Überall im Land befinden sich Atom-Standorte. Vom Emsland bis zum Braunschweiger Land, von der Unterweser und dem Wendland bis zum Weserbergland - überall in Niedersachsen gibt es Probleme an den Atomstandorten. Genauer gesagt: ASSE II, Schacht Konrad, Eckert & Ziegler (Konditionierung und Zwischenlagerung im Wohngebiet), Endlager Gorleben, AKW Rückbau Esenshamm, AKW und Kernbrennelementefabrik Gronau/Lingen, Zwischenlager Leese, ASSE-Wasser Verklappung in Sehnde, AKW Grohnde. Mit dieser Aktion wollen die Initiativen die neue Landesregierung auf dringende aktuelle Atom-Themen aufmerksam machen.

Oberstes Gebot sollen die Sicherheit und der Bevölkerungsschutz vor radioaktiver Strahlung aus Atomanlagen sein. Wir fordern die neue Landesregierung auf: ‚Zeigen Sie Regierungsverantwortung und setzen Sie die berechtigten Forderungen der niedersächsischen Bevölkerung in der neuen Legislaturperiode in Parlament und Behörden um!‘“

Forderungen aus dem Thesenanschlag zu Hannover zu den einzelnen Atomstandorten in Niedersachsen (Kurzfassung):

ASSE: Beschleunigung der Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der ASSE, Zwischenlager nur bei größtmöglicher Sicherheit für die Bevölkerung und ausschließlich für Fässer aus der ASSE.

AKW Rückbau Esenshamm: Abarbeitung aller 20 Dissenspunkte aus dem Erörterungstermin zur Handhabung des Antrages von EON "Rückbau AKW Esenshamm und Neubau Zwischenlager".

AKW und Kernbrennelemente Fabrik Gronau/Lingen: Sofortige Schließung aller Lingener Atomanlagen! Sofortiger Export-Stopp von Brennelementen an die Pannen-Reaktoren in Belgien und Frankreich! /(Anmerkung des BBU:

Der Atomstandort Gronau liegt in NRW direkt an der Landesgrenze zu Niedersachsen. Die Uranfabriken in Lingen und Gronau sind im Sachzusammenhang zu betrachten).

AKW Grohnde: 252 Meldepflichtige Ereignisse sind genug. Kein Schutz vor Terrorangriffen oder Flugzeugabstürzen, Evakuierung unmöglich, Darum fordern wir, das AKW Grohnde stillzulegen.

Eckert & Ziegler Braunschweig: Kein Atommüll in Wohngebieten, neben Schulen und KiTas. Umsiedlung der Atomfirma mit Hilfe von Bund und Land.

Osnabrück: Keine Atomtransporte durch Osnabrück und andere Stadtgebiete, Stopp aller Atomanlagen in Lingen.

Schacht Konrad: Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses von 2002, weil die Langzeitsicherheit für ein Atommülllager in Schacht KONRAD nicht nachgewiesen ist und das Projekt NICHT dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht.

Gorleben: Sofortige Sicherheitsüberprüfung des Castor-Lagers, Keine Pilotkonditionierungsanlage in Gorleben, keine Endlagersuche MIT Gorleben.

Sehnde/Lehrte: KEIN ASSE-WASSER in den Städten Sehnde und Lehrte!

Zwischenlager Leese: Sofortige aktive Suche nach einem geeigneten, langfristig nutzbaren Standort für den gesamten Atommüll aus Leese.

 

Quelle und weitere Informationen zu den einzelnen Standorten:

https://rushfiles.one/client/publiclink.aspx?id=jQAVtN0Y20#

 







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