„Nicht auf Politik von oben warten!“


Foto: Klimacamp 2017

03.11.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW 

 

Von Ende Gelände

Klimacamp ruft zu Protesten gegen die Klimakonferenz in Bonn auf

Am Montag beginnen die 23. UN-Klimaverhandlungen in Bonn unter dem Vorsitz der Fidschi-Inseln. Nicht mit am Tisch sitzen diejenigen, die am direktesten vom Klimawandel betroffen sind: Menschen, die ihr Zuhause verlieren. Während 70km von Bonn entfernt ganze Ortschaften für die klimaschädliche Braunkohle umgesiedelt werden, müssen auf den Fidschi-Inseln bereits Menschen durch den Anstieg des Meeresspiegels ihre Dörfer verlassen. Das Klimacamp im Rheinland setzt daher darauf, dass sich die Menschen vor Ort selbst organisieren, anstatt auf die Klimaverhandlungen zu hoffen – und ruft mit zu den Protesten in und um Bonn auf.

„In 23 Jahren UN-Klimaverhandlungen haben sich der Klimawandel und die damit einhergehenden sozialen und ökologischen Konflikte nur verschlimmert. Das liegt daran, dass transnationale Konzerne massiven Einfluss auf die Verhandlungen nehmen, während die Stimmen und Interessen der Betroffenen kaum Beachtung finden. Deshalb vernetzen wir uns mit den Menschen, die direkt von dieser Politik berührt sind, um ihren Protest sichtbar zu machen und selbstbestimmt an Alternativen zu arbeiten,“ sagt Johanna Winter vom Klimacamp. Diesen Sommer waren während des Klimacamps im Rheinland erstmals Braunkohle-Beschäftigte, Anwohner*innen und Klima-Aktivist*innen zusammengekommen, um in der Stadthalle Erkelenz über den nötigen Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlerevier zu sprechen. „Von Klimapolitik betroffen sind natürlich auch die Arbeiter*innen in den fossilen Industrien,“ so Winter weiter, „und auch über ihre Köpfe wird hinweg entschieden. Deshalb brauchen wir einen Prozess, in dem die Menschen selbstbestimmt miteinander aushandeln, wie sie in Zukunft zusammenleben wollen, diese Veränderung selber in die Hand nehmen und merken, dass sie nicht auf Politik von oben warten müssen. Das Klimacamp wird sich deshalb auch in Zukunft mit dem Strukturwandel in der Region beschäftigen und eine Plattform für diesen Prozess sein.“

Diesen Samstag rufen zahlreiche Umweltverbände und Gewerkschafter*innen zur Großdemo „Klima schützen – Kohle stoppen“ in Bonn auf. Auch Aktive des Klimacamps werden dabei sein. Los geht es um 12 Uhr auf dem Münsterplatz, es werden tausende Teilnehmende erwartet. Am Wochenende ruft zudem das Bündnis „Ende Gelände“ zu Aktionen des zivilen Ungehorsams im Rheinischen Braunkohlerevier auf, die von den Pacific Climate Warriors aus Fidschi mit einer solidarischen Zeremonie unterstützt werden. „Ende Gelände“ war im August zu Gast auf dem Klimacamp, Aktive des Klimacamps werden diesen Sonntag an der Aktion teilnehmen. Bis zum 07. November findet zudem der Alternativgipfel der Zivilgesellschaft, "People's Climate Summit" in Bonn statt, auf dem in zahlreichen Workshops über Widerstand und Alternativen zum fossilen Kapitalismus diskutiert wird.







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