Über eine Tonne an Altlasten: Taucher bergen tödliche Geisternetze aus der Ostsee

29.05.22
UmweltUmwelt, Bewegungen, Mecklenburg-Vorpommern, TopNews 

 

Von GRD

Ein gänzlich von Geisternetzen befreites Wrack sowie die Bergung von mehr als einer Tonne an ehemaligen Fischernetzen – das ist das stolze Ergebnis der jüngsten Geisternetzbergung durch die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) vor Rügen. Ermöglicht wurde die erfolgreiche Bergungsaktion durch den leidenschaftlichen Einsatz von sieben ehrenamtlichen Sporttauchern und einem Tauchleiter, die damit einen wertvollen Beitrag zum Schutz der marinen Artenvielfalt in der Ostsee beigesteuert haben. Die Geisternetz-Kampagne der GRD steht unter dem Motto „FÜR MEER LEBEN”.

Bei teils widrigen Bedingungen – Ausläufer des Tiefs „Emmelinde“ erreichten am vergangenen Wochenende auch die Gewässer um Rügen – waren sieben ehrenamtliche Taucher unter der Leitung des Geisternetzexperten Wolfgang Frank im Einsatz, um die Ostsee von herrenlosen Fischernetzen zu befreien. Gleich am ersten Aktionstag gelang es, vom Wrack des Holzfrachters „Kay“, der auf etwa 25 Meter Tiefe liegt, ein ehemaliges Schleppnetz mit einem Gewicht von einer knappen Tonne zu bergen. Intensive Arbeiten waren erforderlich, um das Netz für die Bergung durch den Fischkutter „Crampas“ vorzubereiten, dessen Crew es erfolgreich an Bord ziehen konnte.

Wrack des „Fliegenden Holländers“ wird komplett von Geisternetzen befreit

Am zweiten und dritten Aktionstag wurde das Wrack des „Fliegenden Holländers“ in rund 27 Meter Tiefe betaucht. Bereits in der Vergangenheit war der ehemalige Holzfrachter von der GRD als Ziel für Bergungsaktionen ausgewählt worden, da hier zahlreiche herrenlose Fischernetze in mehreren Schichten übereinander liegen. Von diesen Altlasten der Fischindustrie ging – wie bei anderen Geisternetzen auch – bislang große Gefahr aus, da Meeressäuger in den Netzen qualvoll ertrinken und Fische in ihnen verenden. Durch die erfolgreichen Bergungsarbeiten der Taucher am „Fliegenden Holländer“ ist diese Gefahr jetzt gebannt: Das Wrack ist frei von Geisternetzen!

„Wieder wurde viel geschafft! Dank unserer unerschrockenen Taucher sind wir erneut einen Schritt weiter, dem Spuk der Geisternetze ein Ende zu setzen. Und das trotz diesmal äußerst widriger Wetterbedingungen. Danken möchten wir auch allen UnterstützerInnen, die uns dabei helfen unsere wichtige Mission zum Schutz der heimischen Biodiversität zu erfüllen“, kommentiert GRD-Projektleiterin Verena Platt-Till die jüngste Bergungsmission.

Upcycling von Geisternetzen: Statement-Armband zum Schutz der Meere

Noch muss das exakte Gewicht der geborgenen Geisternetze ermittelt werden. Festgehalten werden kann aber schon jetzt, dass durch die GRD, Wolfgang Frank und die ehrenamtlichen Taucher seit 2019 über acht Tonnen an Geisternetzen aus der Ostsee geborgen werden konnten. Damit reduziert sich nicht nur die Gefahr für zahlreiche marine Lebewesen wie die vom Aussterben bedrohten Schweinswale und Dorsche, sondern auch die Bedrohung für das Meer insgesamt: Aufgrund der Bergung der aus unterschiedlichsten Kunststoffen bestehenden Netze, können diese kein Plastik und Mikroplastik mehr an die Ostsee abgeben.

Damit nicht genug: Ein Teil der geborgenen Netze wird – nach ausgiebiger Reinigung – vom Münchner Start-up colorswell handmade design zu stylischen Armbändern weiterverarbeitet. Das daraus entstehende Accessoire ist am Handgelenk ein deutliches Statement für den dringend notwendigen Schutz unserer Meere, insbesondere der Ostsee.

 

 







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