Abschuss gestoppt - Proteste gegen das Gänsetöten haben vorerst Erfolg

03.09.19
UmweltUmwelt, NRW, Ruhrgebiet, News 

 

Von Tierschutzpartei NRW

Die Stadt Herne gibt den Abschuss der Nil- und Kanadagänse aufgrund starker Gewässer- und Uferverschmutzung ab dem 01.September bekannt.

Dabei hat die Stadt nicht mit den öffentlichen Reaktionen der Bürger gerechnet. Vergangene Woche protestierten unzählige Menschen gegen den städtischen Tötungsauftrag, veranlasst durch Stadtgrün und die untere Jagdbehörde.

Große Empörung löst auch die Frage aus, welche Rolle die CDU-Umweltexpertin und passionierte Jägerin Barbara Merten bei der Entscheidung spielte.

Oberbürgermeister Frank Dudda stoppt reagiert nun auf die Proteste und stoppt den Abschuss vorerst.

Am Montag Morgen dürfte in den Büros der Stadt Herne einige Aufruhe geherrscht haben, denn am Wochenende wurde in den Sozialen Netzwerken tausendfach zum Protest gegen den Abschuss der Gänse in Herne aufgerufen, den die Stadt wenige Tage zuvor bekannt gegeben hatte.

Ehrenamtliche Tierschützer und Naturfreunde verteilten Flyer in den Parks, machten Bestandsaufnahmen der tatsächlichen Anzahl der Tiere, schrieben Protestbriefe.

Auch die Tierschutzpartei NRW startete eine Mailingkampagne und rief dazu auf, eine vorgefertigte Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz an die zuständigen Behörden zu versenden.

Das Formular wurde hundertfach genutzt.

In der Herner Stadtverwaltung scheint sich Unsicherheit breit gemacht zu haben, denn am Mittag wurde bekannt, dass Oberbürgermeister Frank Dudda den Abschuss der Tiere vorerst gestoppt hat.

Sicher gerettet sind die Gänse dennoch nicht., denn der Verwaltungsvorstand möchte sich nach Aussage der Stadt erst einmal neu beraten, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.

„Wir gehen davon aus, dass die Stadt Herne ihren Mordauftrag zurückzieht. Die vielen Argumente, die neben dem moralischen Aspekt gegen einen Abschuss der Tiere sprechen, können nicht ausser Acht gelassen werden. Die einzelne ‚Entnahme‘ der Gänse führt zu einer erhöhten Reproduktion und würde die Population noch verstärken.

Ausserdem sind grundlegende Fragen, wie auch wir sie gestellt haben, noch nicht geklärt, beispielsweise, welche Vergrämungsmaßnahmen zuvor vorgenommen wurden, welche Gutachten zu Rate gezogen wurden, um eine Tötung anzuordnen, wer die Empfehlung an die zuständigen Stellen ausgesprochen hat.“ sagt Sandra Lück, Landesvorsitzende der Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Tierschutzpartei.

Die letzte Frage beschäftige die Partei dabei ganz besonders.

„Wir haben unzählige Anfragen von Bürgen erhalten, die uns um Hilfe und Rat gebeten haben. Immer wieder wurde dabei auch die Rolle der CDU-Umweltexpertin in dieser kruden Geschichte hinterfragt, da die Entscheidung zur Bejagung der Gänse nach einem groß angelegten Artikel gefällt wurde, in dem Frau Barbara Merten sich entsetzt über die Verschmutzung der Gewässer gezeigt hat.

Frau Merten ist passionierte Jägerin und bei der Herner Kreisjägerschaft Obfrau für die sogenannte Jagd’gebrauchs’hunde-Ausbildung. Die Hunde werden an lebenden, aber flugunfähigen Enten ausgebildet. Man kann also davon ausgehen, dass Frau Merten ein eher gestörtes Verhätnis zu Wasservögeln hat. Wir wüssten also gerne, wie stark Frau Merten in die Entscheidung involviert war und welche Alternativen abgewägt wurden.“

Die Tierschutzpartei NRW setzt sich unter anderem für ein generelles Verbot der Hobbyjagd, die vermehrte Erschließung von Naturschutzgebieten und eine stärkere Renaturierung zur Schaffung von Lebensräumen im Bereich der Stadtentwicklung ein.







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