Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung legt weitere Einwendung vor


Bild: Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung

06.09.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, OWL 

 

Von Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung

Auch auf der Straße geht der Widerstand weiter

Nicht zufrieden gibt sich das Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung mit dem Störfallkonzept für die Abwasser-Druckleitung. Während des Erörterungstermins am 12.Juli sagte der Vertreter der Firma Tönnies eine Wiederherstellung der Leitung innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu. Wie aber die für diesen Fall vorgesehene „mobile Entsorgung des Abwassers“ erfolgen soll, bleibt ebenso unklar wie die „Gewährleistung der Umleitung weiterer Schlachttiere auf andere Schlachthöfe“.

Fällt die Abwasser-Druckleitung aus, kann kein Abwasser mehr vom Firmengelände zur städtischen Kläranlage transportiert werden. Bis zum Ende aller Abwasser erzeugenden Prozesse wird es aber dauern. Da nach der Erweiterung täglich bis zu 6,5 Millionen Frischwasser zu Abwasser gemacht werden, ist für diesen Zeitraum mit dem Anfall großer Mengen Abwasser zu rechnen. Allerdings ist laut Tönnies‘ „Störfallkonzept für die Druckrohrleitung“ nicht geplant, die Anlagen bei Ausfall der Abwasserleitung sofort herunterzufahren. Es sollen noch bereits angelieferte Tiere geschlachtet werden. Das betrifft die bis zu 4.000 Schweine, die in der Viehhalle des Betriebes auf 0,6 m² je Tier zusammengepfercht werden. Dazu kommen die Tiere in den noch nicht entladenen Lkws. Das Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung will in der Einwendung unter anderem wissen:

  • Wie lange dauert es, bis beim Ausfall der Abwasser-Druckleitung alle Prozesse beendet sind, bei denen Abwasser anfällt?
  • Wie viel Abwasser fällt bis dahin an, wenn wir von einer maximalen Auslastung des Betriebes zum Zeitpunkt des Schadeneintritts ausgehen?
  • Wie viel Abwasser kann auf dem Firmengelände sachgemäß zwischengelagert werden?
  • Welche zugelassenen Transportkapazitäten stehen im Störfall wie schnell zur Verfügung, um das Abwasser zur kommunalen Kläranlage zu bringen? 

Ebenso unbelegt erscheint dem Bündnis die Aussage über die „Gewährleistung der Umleitung weiterer Schlachttiere auf andere Schlachthöfe“. Bei der zugesagten Wiederherstellung der Abwasserleitung innerhalb von 24 bis 48 h müssten bis zu 60.000 Tiere „umgeleitet“ werden.

  • Welche freien Schlachthofkapazitäten stehen in welcher Entfernung zur Verfügung um die Kapazitäten des größten Schlachthofes Europas aufzufangen?
  • Gibt es überhaupt ausreichend Transportmöglichkeiten, wenn bei Tönnies keine Tiere mehr entladen werden oder bleiben die Mastbetriebe auf ihren Schweinen sitzen?
  • Was ist mit den Fahrern der Tiertransporte? Können sie bei zusätzlichen Fahrten ihre Lenkzeiten einhalten und zugleich die Gesetze und Vorschriften zum Schutz der Tiere beachten? Können sie die Wasserversorgung der Tiere sicherstellen?
  • Und was ist mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Betrieb, wenn die Produktion wegen einem Störfall eingestellt wird? Zahlen sie für die Versäumnisse von Geschäftsleitung und Politik mit Lohneinbußen?

Die nächste Aktion des Bündnisses findet am Samstag, dem 9. September statt. Gemeinsam mit dem Verein Fairleben e.V. wird das Bündnis von 10 bis 14 Uhr vor der Citywache, Königstr. 1, 33330 Gütersloh präsent sein.

Alle Veranstaltungen des Bündnisses sind überparteilich. Unterstützer/innen sind herzlich willkommen. Das Bündnis distanziert sich von rechten Parteien und von rassistischem Gedankengut.

Webseite des Bündnisses: www.buendnis-gegen-die-toennies-erweiterung.de







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