500 Menschen bei Anti-Atomkraft-Demonstration in Lingen - Beteiligung auch aus Aachen, Belgien, Münsterland

09.09.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, Niedersachsen, News 

 

Von SofA Münster

Aachener und Münsterländer demonstrieren mit 500 Menschen in Lingen: „Brennstoff-Exporte nach Tihange und Doel stoppen!“

Mit einer internationalen Demonstration am Atomstandort Lingen haben knapp trotz Regenwetters 500 Menschen am heutigen Samstag, 9. September, ein deutliches Zeichen für einen umfassenden und sofortigen Atomausstiegs gesetzt. Eine der zentralen Forderungen zwei Wochen vor der Bundestagswahl an die (zukünftige) Bundesregierung sowie an die  (zukünftige) Landesregierung in Niedersachsen und die Landesregierung in NRW: „Brennelemente-Exporte von Lingen nach Tihange und Doel stoppen“.

„Eine ganze Region läuft Sturm gegen das marode AKW Tihange und die Bundesregierung, allen voran Umweltministerin Hendricks schiebt fragwürdige und widerlegte Gutachten vor, um die Schrottreaktoren weiter mit Brennstoff aus Lingen zu befeuern. Wir werden es nicht zulassen, dass nach Fukushima auch noch die niederländisch-belgisch-deutsche Grenzregion mit radioaktiven Stoffen aus Lingen verseucht wird,“ erklärt Jörg Schellenberg vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie die Teilnahme der Atomkraftgegner aus der Region Aachen, Belgien und NRW an der Demonstration mit 500 Menschen am heutigen Samstag in Lingen. Bei der Demonstration in Lingen kamen neben Rednerinnen und Rednern aus den Regionen Aachen, Münsterland, Emsland auch Mitglieder von überregionalen Anti-Atomkraft-Organisationen sowie aus Belgien, Russland und dem Niger zu Wort.

Nukleare Brennstoffexporte aus Gronau und Lingen stoppen

Die (künftige) Bundesregierung sowie die Landesregierungen in NRW und Niedersachsen müssen endlich handeln und Brennelemente-Exporte von Lingen an belgische und französische Pannen-AKW stoppen. Nur so könne von Deutschland aus ernsthaft etwas gegen grenzüberschreitende AKW-Risiken getan werden. „Wir haben das ständige Gerede der PolitikerInnen satt – wir wollen endlich Taten zum Schutz vor dem Super-Gau sehen“ so Peter Bastian in seiner Rede. Das Export-Verbot muss auch für die Gronauer Urananreicherungsanlage gelten, die zu 90% für den Weltmarkt produziert.

Demonstranten fordern: Uranfabriken in Lingen und Gronau stilllegen

Mit der Demonstration in Lingen hat die Anti-Atomkraft-Bewegung in den öffentlichen Fokus gerückt, wie sehr die benachbarten Atomstandorte Lingen und Gronau zentraler Bestandteil einer international operierenden Nuklearindustrie sind. Für die Uranfabriken in Gronau und Lingen gibt es bisher keine Stillegungsfristen –  nach Ansicht der AtomkraftgegnerInnen ein unhaltbarer Zustand, der mit dem Atomausstieg nicht vereinbar ist. Insbesondere da beide Atomanlagen Uran aus dem Niger und Russland importieren, was mit Umweltproblemen und massiven Gesundheitsrisiken bei Uran-Abbau und Transport verbunden ist, wie Almoustapha Alhacen aus dem Niger und Vladimir Sliviak aus Russland in ihren Reden betonten.

AKW Lingen 2 nicht erst 2022 stilllegen – Atommüllberg wächst

In Lingen steht nicht nur die Brennelementefabrik sondern auch das AKW Lingen 2, ein Castor-Lager und das stillgelegte AKW Lingen 1. Peter Bastian erklärt: „Auch das nördliche Münsterland liegt in der Evakuierungszone des AKW Lingen 2 – Iod-Tabletten reichen nicht, wir wollen nicht nur vor Schildddrüsenkrebs geschützt sein – das AKW muss stillgelegt werden.“ Auch darf nicht noch mehr Atommüll produziert werden, zumal in Lingen effiziente Gaskraftwerke oftmals gedrosselt werden.

International vernetzte Proteste angesichts der grenzüberschreitenden Gefahren

Für den Trägerkreis der Demonstration steht fest, dass die Proteste fortgesetzt werden. Die Bevölkerung kann und muss Druck machen, um die den Weiterbetrieb von AKW und Atomfabriken, und somit auch weitere Atommüllproduktion, zu beenden. Eine Reaktorkatastrophe in Lingen, Doel oder Fessenheim hätte in weiten Teilen Europas verheerende Konsequenzen. Radioaktivität kennt keine Grenzen – der internationale Widerstand gegen die Atomindustrie und das Engagement für erneuerbare Energien und nachhaltige Arbeitsplätze aber auch nicht, wie die bunte Demonstration mit internationalen Gästen in Lingen gezeigt hat.

 

Umfassende Informationen zur Anti-Atomkraft-Demonstration unter www.lingen-demo.de 

 

 

Atomzentrum Lingen: Infoveranstaltungen und weitere Termine:

 

·         So., 10.09.: 11.00 Uhr: Münster, Infoveranstaltung zum Thema Uranabbau, Zentrum der Linken,  Achtermannstraße 19

·         MI., 13.09.: 16.00 – 19.00 Uhr: Lingen, Mahnwache gegen AKW und Atomanlagen anlässlich der Wahlkampfrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Marktplatz

·         Die., 12.09. (und ggf. Mi., 13.09.) sowie Mo., 18.09. (und ggf. Die., 19.09): Lingen, Erörterungstermine zu Wasserrechtlichen Bewilligungsverfahren zum Weiterbetrieb des AKW Lingen 2. Informationen zu den Verfahren: Udo Buchholz (BBU-Vorstandsmitglied, 02562-23125 (http://www.stadtblatt-lingen.de/lebeninlingen-2/27536-dienstag-12-9-2017-erster-eroerterungstermin-minister-wenzel-soll-akw-lingen-2-das-wasser-abgraben)







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