„Mehr Tierschutz ist gelebter Verbraucherschutz“ VIER PFOTEN erneuert Forderung an die Jamaika-Sondierer


VIER PFOTEN fordert mehr Transparenz: Verbraucher müssen im Supermarkt sehen können, wie ein Tier gehalten wurde. Das Foto zeigt Schweine in deutscher Freilandhaltung © VIER PFOTEN

08.11.17
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen 

 

Von Vier Pfoten

„Nur, wenn Verbraucher wissen, unter welchen Bedingungen Nutztiere aufwachsen, können sie an der Fleischtheke bewusste Entscheidungen treffen. Das bringt den Tierschutz in der Nutztierhaltung voran. Die Eierkennzeichnung hat das vorgemacht“, sagt Rüdiger Jürgensen, Geschäftsführer Deutschland der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. „Deshalb gehört die verpflichtende Haltungskennzeichnung für Nutztiere als wesentliches agrarpolitisches Ziel in den Koalitionsvertrag.“

Umfragen zeigen klar, dass immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher Wert auf Nachhaltigkeit und Tierschutz legen. Dennoch können Konsumenten heute im Supermarkt keine informierte Kaufentscheidung treffen. Eine transparente und einheitliche Kennzeichnung bei Fleisch- und Milchprodukten sowie Produkten mit verarbeiteten Eiern fehlt. Stattdessen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen, teils von der Industrie selbst vergebenen Siegeln und auf den Verpackungen befinden sich oft irreführende Bilder mit Tieren auf der Weide.

VIER PFOTEN wirbt dafür, das Erfolgsmodell der Kennzeichnungspflicht von Schaleneiern für weitere Produkte zu übernehmen. Bei Eiern hat sich gezeigt, dass Verbraucher und der Lebensmitteleinzelhandel gezielt auf Käfigeier verzichtet haben. „Dies hat die Industrie und den Markt in kürzester Zeit hin zu mehr Tierschutz verändert. Genau dieses Modell muss jetzt Eingang in den Koalitionsvertrag finden – für alle Fleisch- und Milchprodukte sowie Produkte mit verarbeiteten Eiern“, fordert Jürgensen. Diese Verbraucherinformation leiste nachweislich einen erheblichen Beitrag für mehr Tierwohl. Außerdem stärke sie landwirtschaftliche Betriebe, die höhere Tierhaltungsstandards umsetzen wollen.

Mit einer Einigung auf die Einführung der Haltungskennzeichnung können die Koalitionspartner nun zeigen, dass sie Tierschutz und Verbraucherschutz genauso ernst nehmen wie die Bestandssicherung einer verantwortungsvollen Landwirtschaft.

Hintergrundinformation
Eine Kennzeichnung von Milch- und Fleischprodukten muss klar verständlich und schnell erkennbar darstellen, aus welchem Haltungssystem das Tier stammt, dessen Milch oder Fleisch konsumiert werden. Nur so kann der Verbraucher selbst entscheiden, welche Form der Tierhaltung er mit seinem Kauf unterstützt. Möglich ist dies mit einer bereits etablierten Einstufung in vier Kategorien von 0-3, nach dem Vorbild der Eier-Kennzeichnung.







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