Repräsentative INSA-Umfrage zeigt: relative Mehrheit der Befragten befürwortet Ende der Fischerei bis 2030

05.04.22
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, TopNews 

 

Von PETA

PETA fordert von Bundeslandwirtschaftsministerium besseren Schutz für Meerestiere

Erfreuliche Resultate einer INSA-Umfrage: Die Mehrheit der Befragten möchte, dass Meerestiere besser geschützt werden. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die PETA Anfang März 2022 bei der INSA-CONSULERE GmbH in Auftrag gegeben hatte und die nun dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorliegen. Die Tierschutzorganisation bittet Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, verschärfte Schutzmaßnahmen für Wasserbewohner zu erarbeiten.

„Die Mehrheit der Befragten fordert mehr Schutz für Meerestiere. Jetzt muss die Politik handeln und Subventionen für pflanzliche Alternativen zu Fischfleisch auf den Weg bringen“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Wassertiere bei PETA. „Eine gesetzliche Betäubungspflicht für Meerestiere auch auf hoher See ist längst überfällig, ebenso wie die drastische Reduzierung der Fangquoten bis auf null. So könnten Milliarden Meerestiere weiterleben und zudem unsere Ozeane und somit auch das Klima geschützt werden.“

Die Umfrage, bei der 2103 volljährige Personen befragt wurden, zeigt im Detail:

  • Die absolute Mehrheit (50 Prozent) der Befragten spricht sich für die Einführung einer Betäubungspflicht von Fischen und anderen Meerestieren vor der Tötung aus, wie sie auch für Landwirbeltiere gilt.
  • Die relative Mehrheit von 41 Prozent der Befragten befürwortet mehr pflanzliche Fischalternativen im Angebot von Handel und Gastronomie.
  • 37 Prozent der Befragten sind für ein vollständiges Ende jeglicher Fischerei bis 2030, um so den Fortbestand von Fischen, Meeressäugern, Korallen und anderen Meerestieren zu fördern und Tierleid zu verhindern.

PETA fordert den auch für Fischerei zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister nun auf, die genannten Tierschutzmaßnahmen durch entsprechende Gesetzgebungen umzusetzen. Dazu gehören die Einführung einer Betäubungspflicht von Fischen und wirbellosen Meerestieren auf hoher See. Außerdem die staatliche Subventionierung von Firmen, die pflanzliche Alternativen zu Fischfleisch entwickeln, sowie eine drastische Reduzierung der Fangquoten, die das vollständige Ende jeglicher Fischerei einläuten soll.

 

Hintergrundinformationen

Fische sind Wirbeltiere, die wie Landlebewesen Schmerzen und Angst spüren. Sie knüpfen soziale Kontakte, spielen, lernen und geben ihr Wissen weiter. Die Meeresbewohner kooperieren bei der Jagd unter anderem mit Kraken, kommunizieren mittels vieler unterschiedlicher Laute sowie über Körpersprache. [1] [2] Das Friedrich-Loeffler-Institut hat im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme zum Schmerzempfinden von Fischen veröffentlicht, in der es zu dem Schluss kommt, dass Fische fähig sind, Schmerz zu empfinden, und somit Schutz verdienen [3]. Eine drastische Reduzierung der Fangquoten würde nicht nur das Leben von Milliarden Individuen schützen, sondern hätte auch positive Auswirkungen auf den Meeres-, Umwelt- und Artenschutz, darunter auf bedrohte Dorsche, Heringe und Aale. Einer Studie zufolge verursacht die weltweite Fischerei einen höheren CO2-Ausstoß als die gesamte Luftfahrtindustrie. [4] PETA steht bereits seit Ende vergangenen Jahres mit dem BMEL in Austausch, um eine Betäubungspflicht von Hummern zu erreichen, wie es sie in Österreich und der Schweiz bereits gibt. Zudem forderte PETA vergangene Woche bei EU-Kommissar Virginijus Sinkevi?ius ein komplettes Fangverbot von Aalen in der EU, wie es auch der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) in seinem Bericht empfiehlt. [5]

 

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Jonathan Balcombe (2016), Was Fische wissen. Wie sie lieben, spielen, planen: unsere Verwandten unter Wasser. / What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.

[2] Bill François (2021): Die Eloquenz der Sardine. Unglaubliche Geschichten aus der Welt der Flüsse und Meere, Verlag C.H. Beck.

[3] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.

[4] Sala, E., Mayorga, J., Bradley, D. et al. Protecting the global ocean for biodiversity, food and climate. Nature 592, 397–402 (2021). https://doi.org/10.1038/s41586-021-03371-z.

[5] ICES (2021): ICES Advice on fishing opportunities, catch, and effort. Ecoregions in the Northeast Atlantic. https://www.ices.dk/sites/pub/Publication%20Reports/Advice/2021/2021/ele.2737.nea.pdf

 

Weitere Informationen:

PETA.de/Aktiv/Lachszucht-Malchow-Petition
PETA.de/Themen/Fische







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