Ampelkoalition hat Uranfabriken ausgeblendet

06.12.21
UmweltUmwelt, Bewegungen, TopNews 

 

Vor drei Jahren Brand in Lingen / Protest in Gronau

Von BBU

Vor dem Hintergrund der Regierungsbildung in Berlin hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen gefordert. Aktueller Anlass der Forderung ist auch der dritte Jahrestag des bisher schwersten Störfalls in der umstrittenen Anlage, der sich am 6. Dezember 2018 ereignet hat. Im BBU sind u. a. der
Elternverein Restrisiko Emsland und das Bündnis AgiEL (AtomkraftgegnerInnen im Emsland) organisiert, die auch die sofortige Stilllegung der Anlage fordern.

Nach einem Brand in der Lingener Brennelementefabrik am Nikolaustag 2018 wurde die Anlage für etwa 2 Monate abgeschaltet. Insgesamt gab es in der Anlage bisher ca. 150 Störfälle. Es ist zu befürchten, dass der Betrieb der Anlage, in der Brennstäbe für Atomkraftwerke produziert werden, mit weiter zunehmendem Alter der Anlage, noch unsicherer wird. Schon seit geraumer Zeit fordern Bürgerinitiativen, der BBU und weitere Organisationen, insgesamt mehr als 350, mit der „Lingen-Resolution“ die sofortige Stilllegung der Lingener Brennelementefabrik und des nahe gelegenen AKW Lingen 2.

Der BBU kritisiert, dass die Lingener Brennelementefabrik und die Urananreicherungsanlage in Gronau im neuen Ampel-Koalitionsvertrag mit keinem Wort erwähnt werden. „Für beide Anlagen gibt es bisher keine Laufzeitbegrenzung. Das ist nicht hinnehmbar und die neue Bundesregierung muss die Produktion und den Export von Atombrennstoff in Gronau und Lingen unverzüglich stoppen“, betont BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Protest-Jubiläum in Gronau


In Gronau haben gestern (5.12.) rund 50 AtomkraftgegnerInnen aus NRW und Niedersachsen vor der Urananreicherungsanlage demonstriert. Bei einer Kundgebung kamen dabei u. a. Alexander Vent vom Bündnis „AtomkraftgegnerInnen im Emsland (AgiEL) und Vladimir Slivjak zu Wort. Vladimir Slivjak hat als Vertreter der russischen Umweltorganisation Ecodefense in der letzten Woche den Alternativen Nobelpreis bekommen.

Mit der Kundgebung wurde auch der langjährige Protest gegen den Bau und Betrieb der Urananreicherungsanlage gewürdigt. Die erste Bürgerinitiative wurde in Gronau bereits vor 45 Jahren im Oktober 1976 gegründet. Vor 40 Jahren entstand daraus der bis heute aktive Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau (ebenfalls eine Mitgliedsorganisation des BBU). Und seit dem Herbst 1986, also seit 35 Jahren, treffen sich immer am ersten Sonntag im Monat Anti-Atomkraft-Initiativen zum Sonntagsspaziergang an der Urananreicherungsanlage. Nächster Termin: Der Neujahrsspaziergang am 2. Januar 2022.

Weitere Informationen

https://www.bbu-online.de/presseerklaerungen/prmitteilungen/PR%202018/11.12.18.pdf


https://atomstadt-lingen.de

https://bbu-online.de

https://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%20Mai%202021.pdf

https://sofa-ms.de







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz