Fischsterben in der Oder: PETA erstattet Strafanzeige gegen unbekannt

06.09.22
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Von PETA

Bewohner der Oder sterben in Scharen: Wegen des andauernden massenhaften Fischsterbens in der Oder hat PETA Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Laut Auffassung der Tierrechtsorganisation besteht der dringende Verdacht des mehrfachen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Auch wenn die Ursachen noch unklar sind, geht PETA davon aus, dass der Naturkatastrophe zum Teil oder gänzlich menschliches Fehlverhalten zugrunde liegt. Die Organisation setzt sich daher mit der Strafanzeige dafür ein, dass der mutmaßliche tausendfache Tiermord angemessen bestraft wird.

„Das Leid und der Tod von zigtausenden Fischen und anderen Wasserbewohnern in der Oder muss lückenlos aufgeklärt und entsprechend bestraft werden“, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Die Heimat von Tieren – Flüsse, Seen und Ozeane – ist kein Auffangbehälter für die Chemikalien und den Schmutz der Industrie. Die Politik ist jetzt aufgefordert, die Oder zum Schutzgebiet auszuweisen, in dem alle menschlichen Aktivitäten untersagt sind, damit die Fauna eine Chance bekommt, sich langfristig zu erholen.“

Fische spüren Schmerz und brauchen Schutz

Fische sind neugierige, fühlende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben und kommunizieren mittels vielfältiger Laute, über Körpersprache und Gerüche. Sie schließen Freundschaften, lernen, geben ihr Wissen weiter und beschützen ihren Nachwuchs. [1] Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“. [2] Eine aktuelle Studie der Universität in Bonn zeigt, dass Fische addieren und subtrahieren können. [3] Die Autorin der Studie, Professorin Dr. Vera Schlüssel, folgert aus ihren Experimenten, dass Menschen andere Tierarten tendenziell unterschätzen – besonders diejenigen, die nicht zu den Säugetieren zählen. Insbesondere das Leid der Fische wird ihrer Meinung nach ignoriert. Ihren qualvollen Toden durch die grausamen Praktiken der kommerziellen Fischerei wird daher wenig Beachtung geschenkt. [4]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

 

[1] Balcombe, J. (2016): What a fish knows: The inner lives of our underwater cousins.
[2] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[3] V. Schluessel, N. Kreuter, I. M. Gosemann & E. Schmidt (2022): Cichlids and stingrays can add and subtract ‚one‘ in the number space from one to five; Scientific Reports, online abrufbar unter: https://doi.org/10.1038/s41598-022-07552-2 (30.08.2022).

[4] Universität Bonn (2022): Study shows: Fish can calculate. Researchers at the University of Bonn publish an unexpected finding. Online abrufbar unter: https://www.uni-bonn.de/en/news/060-2022 (30.08.2022).

 







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