Salzbelastung der Oder

14.12.22
UmweltUmwelt, Brandenburg, Internationales, TopNews 

 

Von WWF

WWF fordert Bundesverkehrsminister auf, Ausbaupläne zu den Akten zu legen

Neue Untersuchungen des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben ergeben, dass die Salzfrachten in der Oder unvermindert hoch sind. Eine hohe Salzbelastung in Verbindung mit hohen Wassertemperaturen war die Hauptursache für die Umweltkatastrophe im Sommer. Durch Ausbau und Regulierung ist jedoch die natürliche Resilienz der Oder schon lange geschwächt.
 
Dazu sagt der Gewässerreferent des WWF Deutschland, Tobias Schäfer:
 
„Die Umweltkatastrophe in der Oder ist längst nicht vorbei. Das große Sterben hält seit dem Sommer an: Inzwischen sind auch Muscheln und Kiemenschnecken in der Oder weitgehend tot. Die Salzfracht im Wasser ist wieder bedrohlich hoch und könnte die nächste toxische Algenblüte im Sommer auslösen. Vor allem aber rollen auf der polnischen Seite der Oder weiterhin die Bagger und auch auf deutscher Seite gibt es Ausbaupläne. Die Kanalisierung schreitet ungebremst voran. Dabei ist bekannt, dass dadurch die Selbstreinigungskraft des Flusses weiter abnimmt und die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems geschwächt wird. Durch die Arbeiten verwandeln sich auf der polnischen Seite der Grenzoder die Ufer in Steinschüttungen, so dass man den Fluss vor lauter Buhnen nicht mehr sieht. Vor diesem Hintergrund fordern wir Bundesverkehrsminister Volker Wissing auf, sich für einen sofortigen Baustopp an der Oder einzusetzen, sich von den eigenen Ausbauplänen für die Oder als Wasserstraße zu verabschieden und die europäische Wasserrahmenrichtlinie endlich konsequent umzusetzen. Liegen dem Bundesverkehrsministerium überhaupt Erkenntnisse vor, welche Auswirkungen der nicht abgestimmte einseitige Ausbau der Oder hat, etwa auf den Gewässerzustand und auf die Erhöhung des Hochwasserrisikos?“







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