Riskanter Rettungsversuch für letzte Vaquitas: Trainierte Delfine sollen bedrohte Schweinswale orten


12.10.17
UmweltUmwelt, Internationales 

 

Von WWF

WWF befürwortet temporäre Reservate als "letzten Ausweg"

Es ist ein großes Wagnis und wohl die letzte Chance für den kleinsten Wal der Welt: Heute startet eine bisher einmalige Fang- und Rettungsaktion der mexikanischen Regierung, um die letzten Vaquita-Schweinswale vor dem Aussterben zu bewahren. Speziell ausgebildete Delfine der US-NAVY sollen so viele Vaquitas wie möglich  aufspüren, damit sie temporär in ein Reservat in einer abgegrenzten Meeresbucht überführt werden können.  In ihrem ursprünglichem Lebensraum, dem Golf von Kalifornien, sterben die Schweinswale in illegalen Fischernetzen. Die einzige Vaquitapopulation  der Welt ist in den letzten Jahren dramatisch eingebrochen. Weniger als 30 erwachsene Vaquitas leben aktuellen Schätzungen zufolge noch auf dem Planeten. Der WWF ist am Rettungsprojekt nicht aktiv beteiligt, befürwortet es aber angesichts der Situation.

"Die drastische Aktion ist der letzte Ausweg für den Vaquita, weil trotz Verbot noch immer tödliche Fischernetze  in seinen Lebensraum gelangen.  Das Vorgehen birgt viele Risiken, denn die Haltung von Vaquitas ist noch nie erprobt worden. Wenn man es nicht versucht, wird dieser Meeressäuger wohl vor unseren Augen aussterben", sagt Heike Vesper, Leiterin Meeresschutz beim WWF Deutschland. "Wir unterstützen  diesen riskanten Rettungsversuch als letzten Ausweg, um die Art vor dem Aussterben zu retten, es darf aber kein Freibrief für Fortsetzung der illegalen Fischerei sein. Der natürliche Lebensraum des Vaquitas muss wieder sicher werden, damit die Population wieder ausgewildert werden kann." Nach einer geglückten Überführung sollen die Vaquitas  zunächst allmählich an die dortigen Bedingungen gewöhnen. Man hofft, dass sich die Tiere in  einer späteren Phase in den abgegrenzten Reservaten in Sicherheit fortpflanzen werden.

Der Vaquita landet als ungewollter Beifang im Netz. Denn Wilderer jagen mit den Stellnetzen eigentlich den ebenfalls vom Aussterben bedrohten Totoaba-Fisch, für dessen getrocknete Schwimmblase in China astronomische Preise gezahlt werden. Die Route der Schmuggler führt von Mexiko über die USA  nach China. "Die drei Staaten müssen gemeinsam hart gegen die Totoaba-Wilderei vorgehen und die illegalen Handel einen Riegel vorschieben", fordert WWF-Meeresschützerin Heike Vesper. Der WWF wird weiterhin herrenlose Stellnetze -  sogenannte Geisternetze, die zur tödlichen Falle für die kleinen Schweinswale werden - aufspüren und aus dem Vaquita-Habitat im Golf von Kalifornien entfernen.

 







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