NABU: Bessere Klimabilanz nur durch grünen Wasserstoff

11.09.22
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Von NABU

Krüger: Umfassende Ökobilanzierung und fairer Import sind Grundvoraussetzungen für Einsatz

Grüner Wasserstoff ist vielseitig einsetzbar und ist nicht umsonst begehrtes Gut: Er ermöglicht die Nutzung von Erneuerbaren Energien auch in Anwendungen, die heute überwiegend mit fossilen Brennstoffen erfolgen. Gleichzeitig ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien Grundvoraussetzung für die Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff, denn die Herstellung benötigt viel Strom.

Bislang ist seine Ökobilanz nur lückenhaft erfasst, insbesondere was das Treibhauspotenzial aufgrund der flüchtigen Methan-Emissionen und der Nutzung von Metallen aus der Platin-Gruppe und anderer kritischen Rohstoffe für die Elektrolyseure angeht. Grüner Wasserstoff muss deshalb vollständig öko-bilanziert werden. Er sollte nur für diejenigen Anwendungen eingesetzt werden, die sich nicht elektrifizieren lassen („hard-to-abate“), wie für die Erstellung von Primärstahl, in der Raffinerie, in der Rückverstromung, in der chemischen Industrie und für die Langstrecken in der Luft- und Seefahrt.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger stellt fest: „Grüner Wasserstoff wird weder im In- noch im Ausland in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Deutschland ist auf Importe angewiesen. Deshalb müssen die Wasserstoff-Infrastrukturen im Ausland ökologisch und sozial verträglich gestaltet werden und nicht zum Nachteil dieser Länder gehen. Wasserstoff ist zudem ein sehr kleines Molekül und leicht flüchtig. Leckage-Risiken in der gesamten Transportkette müssen vollständig erfasst und minimiert werden.“

Den Einsatz von Wasserstoff aus fossilen Quellen, auch mit CCS, sowie die Einstufung als CO2-neutral lehnt der NABU ab. Bei fossilem Wasserstoff werden flüchtige Methanemissionen bei der Förderung und dem Transport von Erdgas verursacht. Darüber hinaus erfordert blauer Wasserstoff den Einsatz von CCS-Speichern, für die es in Deutschland keine Akzeptanz gibt. Sofern im Übergang für die oben genannten „Hard-to-Abate“-Anwendungen nicht sofort ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien für die Erzeugung des grünen Wasserstoffs verfügbar ist, kann blauer Wasserstoff hier eine befristete Zwischenlösung darstellen.

Krüger merkt an: „Eine temporäre Übergangslösung mit dem Einsatz von blauem Wasserstoff ist jedoch nur dann akzeptabel, wenn der Übergangspfad von einem transdisziplinären Prozess unter Beteiligung von Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und organisierter Zivilgesellschaft gestaltet und begleitet wird“.

NABU-Standpunkt und Studie der Forschungsstelle FFE zu Wasserstoff: www.NABU.de/wasserstoff







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