Zum Ergebnis des "Stresstests": Keinen Tag länger – Irrweg Atomkraft jetzt beenden!

05.09.22
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, TopNews 

 

Von Robin Wood

Stresstest als Entscheidungsgrundlage untauglich / Es darf keinen Sicherheitsrabatt für Atomkraft geben

Der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken ist keine Option. Das stellt ROBIN WOOD klar mit Blick auf die heute von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vorgestellten Ergebnisse des sogenannten Stresstests der Stromversorgung. Laut Habeck sollen die beiden AKW Isar 2 und Neckarwestheim noch bis Mitte April 2023 zur Verfügung stehen, um falls nötig, über den Winter einen zusätzlichen Beitrag im Stromnetz in Süddeutschland 2022/23 leisten zu können. In einem gemeinsamen Statement mit elf Umweltorganisationen und Anti-Atom-Initiativen stellt sich ROBIN WOOD klar gegen jeglichen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke nach dem 31. Dezember dieses Jahres.

„Dass die Bundesregierung den Stresstest als Entscheidungsgrundlage für die Frage der Laufzeitverlängerung nehmen will, ist skandalös. Die Untersuchung trifft naturgegebener Maßen keine Aussage zu den eklatanten Sicherheitsmängeln der Reaktoren. Sie geht damit vollkommen am Hauptproblem des Weiterbetriebs vorbei“, sagt Ronja Heise, ROBIN WOOD-Energiereferentin.

Das Ergebnis des Stresstests zeigt deutlich, was in der Energiepolitik der vergangenen Jahrzehnte gründlich schief gelaufen ist. Politik und Energiewirtschaft haben es versäumt, zügig eine zukunftsfähige, dezentrale und erneuerbare Wärme- und Stromversorgung aufzubauen. Stattdessen haben sie versucht, den Fortbestand des fossil-atomaren Energiesystems so lang wie möglich zu sichern. Das war ein gravierender Fehler. „Jetzt sollen auch noch die Bürger*innen für die Versäumnisse von Regierungen und Wirtschaft zahlen – mit Geld und mit Abstrichen bei der Sicherheit“, kritisiert Heise.

Jeder Tag, an dem die überalterten deutschen Atomkraftwerke länger am Netz bleiben widerspricht deutschen und europäischen Sicherheitsanforderungen und erhöht das Risiko eines katastrophalen Atomunfalls. Mit zunehmender Betriebsdauer des Kraftwerks nimmt die Materialermüdung zu und damit die Wahrscheinlichkeit eines Störfalls. So wurden im Atomkraftwerk Neckarwestheim 2 im Juni diesen Jahres zum sechsten Mal in Folge gefährliche Korrosions-Risse nachgewiesen.

Hinzu kommt der wachsende Berg an ewig strahlendem Atommüll, für den es kein sicheres Endlager gibt.

„Die Antworten auf die bestehende Krise müssen zukunftsfähig sein und dürfen nicht die Fehler der Vergangenheit fortschreiben. Das bedeutet auch, effektiv gegen Energiearmut vorzugehen. Die Bundesregierung muss Spekulationsgewinne mit Strom verhindern und für einen sozialen Ausgleich sorgen. Atomkraft wird der Bevölkerung in den kommenden Monaten nicht helfen, die Stromrechnung zu bezahlen – ein sozial gerechter Strompreis schon“, so Heise.

Um die Netzstabilität zu sichern, müssen jetzt insbesondere in der Industrie Süddeutschlands alle Strom und Gas-Einsparpotentiale ausschöpft werden. Dabei darf nicht länger nur auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Gleichzeitig müssen bestehende Hemmnisse beim Ausbau erneuerbarer Energien schnell und umfassend abgebaut werden.







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