Aufnahme der Atomkraft zerstört Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeits-Taxonomie

02.01.22
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Internationales, Bewegungen, News 

 

Von .ausgestrahlt

An Neujahr wurde ein Vorschlag der EU-Kommission öffentlich, Atomkraft und Gas in die EU-Nachhaltigkeits-Taxonomie aufzunehmen. Hierzu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Mit der Aufnahme in die Taxonomie privilegiert die EU die Untergangstechnologie Atomkraft ein weiteres Mal. Damit betreibt die EU-Kommission Greenwashing im großen Stil und zerstört die Glaubwürdigkeit der Taxonomie.

Die Hochrisikotechnologie Atomkraft ist unvereinbar mit dem Grundprinzip der Taxonomie, keinen Schaden zuzufügen. Schon der bislang produzierte Atommüll lässt das Prinzip des „Do No Harm“ lächerlich erscheinen.

Auch die vorgesehenen Zusatzkriterien sind nichts als Augenwischerei: Bereits nach dem mehrfachen GAU von Fukushima wurden die europäischen Atomkraftwerke in „Stresstests“ auf ihre Sicherheit getestet. Folgen hatte dies nicht – obwohl zahlreiche Probleme beschrieben wurden. Seit Jahrzehnten gibt es unzählige Pläne, wie man den Atommüll eines Tages außer Sicht schaffen könnte. Diese verschieben das Problem nur in die Zukunft.

Der jetzt bekannt gewordene Vorschlag ist vor allem ein Neujahrsgeschenk an Frankreich. Günstige grüne Kredite dienen als Finanzspritze für die massiv überschuldete französische Atomwirtschaft. Mit einer wissenschaftsorientierten Taxonomie haben diese politischen Machtspiele nichts zu tun.

Es ist absurd, dass Atomkraft zukünftig mit PV-Anlagen oder Windkraft gleichgestellt werden soll. Jeder Euro, der aufgrund dieser Einstufung in Atomkraft fließt, fehlt für echte Nachhaltigkeit und wirksamen Klimaschutz. Der vorgeschlagene Kompromiss untergräbt damit das ursprüngliche Ziel der Taxonomie, Investitionen für einen ökologischen Umbau der Gesellschaft bereitzustellen. Stattdessen dient er dazu, eine längst gescheiterte, gefährliche und teure Technologie weiter zu erhalten.“







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