Energiekrise: Tierversuchslabore brauchen Notfall- und Evakuierungspläne

10.08.22
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Von Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Notfallkonzept muss Voraussetzung für Haltungsgenehmigung sein

Wegen der Energiekrise wächst auch die Gefahr von Stromausfällen. Dies betrifft nicht nur Privathaushalte und Industrie, sondern alle Betriebe, in denen Tiere gehalten werden. Betroffen sind industrielle Tierhaltungsanlagen, aber auch Einrichtungen, die sogenannte Versuchstiere halten. Um die Tiere in den Laboren im Ernstfall retten zu können, hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte der Bundesregierung ein Notfallplan-Konzept vorgelegt. Damit dieses eingeführt und umgesetzt wird, fordert der Tierrechtsverband, dass Tierhaltungen nur noch genehmigt werden, wenn ein Notfallkonzept vorliegt.

Die aktuelle Gefahr von Stromausfällen, aber auch die zunehmend auftretenden Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Hochwasser, Brände und die Corona-Pandemie zeigen, dass es dringend verpflichtende Notfall- und Evakuierungspläne für alle tierhaltenden Betriebe geben muss. Sogenannte Versuchstiere sind – ähnlich wie Tiere in industriellen Tierhaltungsanlagen – auf ein funktionierendes Be- und Entlüftungssystem angewiesen. Bei einem längeren Ausfall reichern sich Schadgase wie Ammoniak und CO2 an. Die Folgen reichen von Stress durch Atemnot bis zum Tod durch Ersticken (1).

"Versuchstiere" werden leicht vergessen
"Stromausfälle oder Naturkatastrophen betreffen Zucht- und Mastanlagen (2). Aber auch Millionen von Tieren, die in Laboren gehalten werden. Diese werden bei der Diskussion leicht vergessen. Wenn es zu einem längerfristigen Stromausfall kommt, der die Kapazität der Notstromgeneratoren übersteigt, muss sichergestellt werden, dass die Tiere versorgt und gerettet werden. Wie schnell Unvorhergesehenes passieren kann, hat die Pandemie gezeigt", sagt Dr. Stefanie Schindler, Tierärztin und Fachreferentin beim Bundesverband Menschen für Tierrechte.

Vorgelegt: Notfallplan-Konzept
Damit frühzeitig Maßnahmen getroffen werden, um die Tiere in den Laboren im Ernstfall retten zu können, hat der Bundesverband der Bundesregierung ein Konzept für einen Notfallplan vorgelegt. Dieses umfasst Maßnahmen für unterschiedliche Szenarien. Voraussetzung ist die Bestimmung eines verantwortlichen Notfallteams, das die Versorgung und mögliche Evakuierung der Tiere koordiniert. Es geht aber auch um ein mögliches "Rehoming", also die Vermittlung von Tieren, die nicht mehr in Versuchen eingesetzt werden sowie um eine koordinierte Einstellung des Forschungsbetriebes. Tiertötungen müssen verhindert werden.

Notfallplan muss verpflichtend sein
Bei sogenannten Versuchstieren kommt erschwerend hinzu, dass diese teilweise genetisch modifiziert sind. Sie dürfen die Institution nicht verlassen. Dasselbe gilt für Tiere ohne Immunsystem sowie für infizierte, kranke oder frisch operierte Tiere. Hier müssen sterile Ausweichquartiere und Transportmöglichkeiten vorhanden sein. "Um sicherzustellen, dass ein Notfallkonzept in den Einrichtungen auch tatsächlich eingeführt und umgesetzt wird, muss die Genehmigung der Tierhaltung verpflichtend an dessen Existenz geknüpft werden. Ohne Konzept für den Ernstfall, keine Genehmigung", fordert Schindler. Bereits bestehende Tierhaltungen müssen nach Ansicht des Verbandes dazu verpflichtet werden, zeitnah ein Notfallkonzept einzuführen.

Hier können Sie sich das komplette Konzept als PDF herunterladen.







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