Viele Worte, wenig Taten

13.06.21
UmweltUmwelt, Internationales, Politik, TopNews 

 

Von WWF

WWF zum Abschluss des G7-Gipfels

Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben trotz wichtiger Bekenntnisse laut WWF zu wenig Tatkraft für den weltweiten Umwelt- und Klimaschutz bewiesen. Der Gipfel im britischen Cornwall endete mit einer aus Umweltsicht unzulänglichen Erklärung, in der viel bereits Beschlossenes bekräftigt wurde, häufig, ohne mit Maßnahmen oder Zeithorizonten zu konkretisieren. Positiv zu bewerten ist die Verabschiedung eines sogenannten “Nature Compact” zum Schutz der Biologischen Vielfalt, der das richtige Ambitionsniveau vorgibt, nämlich den fortschreitenden Verlust der Biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen und umzukehren. Konkrete Verpflichtungen transformativer Maßnahmen für die Wirtschaft und die dringend notwendige Erhöhung der Biodiversitätsfinanzierung blieben jedoch weitgehend aus. Dazu sagt Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand beim WWF Deutschland:
 
“Bekenntnisse sind gut, aber sie dürfen nicht auf den Lippen hängen bleiben. Nur wenn die G7 nun auch tätig werden, können sie ihrer Verantwortung als einige der größten Industrienationen und derzeit noch einige der größten Verschmutzer gerecht werden. Ohne weitreichenden Schutz der biologischen Vielfalt und des Klimas steigt auch das Risiko für unsere eigene Gesundheit, wie uns die aktuelle Pandemie nur zu klar vor Augen führt. 
 
Wir müssen unseren ökologischen Fußabdruck, den wir durch unsere Produktion und unseren Konsum in der Welt haben, bis 2030 mindestens halbieren. Bis 2030 muss ein Drittel der Erde unter Schutz stehen. Und Deutschland muss die Biodiversitätsfinanzierung im Laufe der nächsten Legislaturperiode auf zwei Milliarden Euro erhöhen.
 
Wir müssen das 1,5 Grad Limit des Pariser Klimaabkommens sicher einhalten – unter anderem über einen schnellstmöglichen Ausstieg aus fossilen Energieträgern weltweit. Deutschlands Pfad eines Kohleausstiegs bis 2038 ist immer noch nicht auf der richtigen Spur. Übrigens auch nicht, um die neuen Klimaziele der Bundesregierung erreichen zu können, hierfür wäre ein wesentlich schnelleres Ende der Kohleverstromung bis 2030 notwendig. Bei der internationalen Klimafinanzierung hat die Bundesregierung zwar eine Erhöhung bis 2025 auf 6 Milliarden Euro jährlich angekündigt, nötig wären aber 8 Milliarden Euro. 
 
Der Erfolg der Konferenzen zum Erhalt der biologischen Vielfalt (CBD) im Oktober in China und zum Klimaschutz im November in Großbritannien ist nun noch einmal wichtiger geworden. Das erhoffte starke Signal des Gipfels für die Biodiversitätsverhandlungen blieb leider weitgehend aus. Wir erwarten, dass die G7 Ende des Jahres ihrer Verantwortung nachkommen und Maßnahmen wie die Erhöhung der Biodiversitätsfinanzierung und zur Einhaltung des 1,5 Grad Limits auf den Tisch legen.“







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