Fridays For Future-Proteste zur EU-Taxonomie

14.01.22
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen, TopNews 

 

Von FFF Göttingen

Diesen Freitag fanden in zahlreichen Orten in Deutschland Protestaktionen von Fridays for Future statt. Auch in Göttingen gab es eine spontane Demonstration mit rund 120 Teilnehmer*innen am Gänseliesel. Grund für die Demonstrationen war die neue EU-Taxonomie, die unter anderem nicht nur Atomkraft, sondern auch Gas als nachhaltige Energiequelle einstufen soll. Eine Verabschiedung dieses Entwurfes, so befürchten die Aktivit*innen, führe zu weiteren Milliardeninvestitionen in klima- und umweltschädliche Erdgasinfrastruktur und weitere Nutzung von Atmkraftwerken ubd damit eine Blockade der Wende hin zu erneuerbaren Energien.

"Wir fordern, dass die Bundesregierung sich klar gegen den aktuellen Entwurf der Taxonomie stellt. Gas und Atomkraft als Energiequellen sind alles andere als nachhaltig. Also sollen sie auch nicht als grün gelabeld werden. Wir lassen uns nicht verarschen." kommentiert Lena Nowak.

Bis zum 19. Januar haben die Mitgliedsstaaten der EU nun die Möglichkeit, den aktuellen Entwurf zu kommentieren und Änderungen vorzuschlagen. Danach kann einzig durch ein Veto des Minister*innenrats oder des EU-Parlaments die Verabschiedung der Taxonomie beeinflusst werden. Die Aktivist*innen befürchten weiterhin, dass auf eine Verabschiedung des aktuellen Entwurfs, welcher sich speziell auf private Investitionen bezieht, ein ähnlicher Beschluss zur öffentlichen Finanzierung führen könnte. 

"Wir kämpfen seit drei Jahren auf den Straßen für mehr Klimaschutz. Es ist frustrierend zu sehen, dass die EU Klimaschutz scheinbar immer noch nicht ernst nimmt. Denn Erdgas und Atom als nachhaltig einzustufen kann keine Entscheidung sein, wenn die EU ernsthaften Klimaschutz betreiben möchte. Aktuelle Studien aus der Wissenschaft legen dar, dass Erdgas ähnlich klimaschädlich ist wie Kohle. Das liegt in erster Linie an der immensen Freisetzung von Methan, insbesondere bei Lagerung und Transport, somit ist es paradox, diesen Klimakiller als nachhaltig zu bezeichnen und im Rahmen eines "Green New Deals" fördern zu wollen. Wenn dieser Entwurf angenommen wird, wird es Milliardeninvestitionen in klimaschädliche Energiequellen geben - dabei müssen wir hin zu Energiegewinnung durch echte erneuerbare Energien wie Windkraft und Photovoltaik." fordert Arthus Jacobs.







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