Die Tafeln ein neofeudales Begleitinstrument der Hartz IV Gesetze


Bild: indymedia

10.09.09
SozialesSoziales, Sozialstaatsdebatte, Debatte 

 

Von Axel Mende

„Wir sammeln Lebensmittel und keinen Abfall“.So die empörte Reaktion auf Kritik an den als Marke eingetragenen Tafeln. Genauer betrachtet ist diese Kritik wirklich unzureichend. Mehr als die Sorge um das vermeintliche schlechte Lebensmittel sollte die wirkliche Absicht der Deutschland weiten Tafeln und deren Organisatoren genauer betrachtet werden.

Denn die organisierte Nächstenliebe der wohltätigen Tafeln kennt nur ein Ziel: Den Wandel vom Sozialstaat zum Wohlfahrtsstaat zu unterstützen. Einhergehend mit einer Entdemokratisierung der einkommensschwachen Bürger. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Hilfe durch die Tafeln.

Der Unternehmensberater McKinsey schaffte die organisatorischen Vorgaben für dieses „Gesellschaftliche Projekt der Nächstenliebe“ und die deutsche Wirtschaft half bereitwillig nicht nur mit Sachspenden, wie Transporter und Räumlichkeiten. Deutschland nähert sich seit einigen Jahren der dritten Welt an und verwehrt immer mehr Bürgern die würdevolle Teilhabe an der Gesellschaft.

Die Lebensmittelkonzerne und – unternehmen „spenden“ die unverkäuflichen oder ihre abgelaufenen Lebensmittel, ziehen diese „Spenden“ dann von der Steuer ab, sparen sich dadurch die teure Entsorgung. Das geschieht auf dem Rücken der vom fairen Lohn einer anständigen Erwerbsarbeit fern gehaltenen Menschen und der Steuerzahler.

Die Tafeln sind ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind ein Zeichen der Dekadenz und einer jahrelangen Lobbyarbeit der deutschen Exportindustrie, der „Deutschland AG“. Erwerbslose Menschen sind Kosten und Hindernisse im globalen Wettbewerb in dem täglich sozialversicherungspflichtige Arbeit abgebaut wird.

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http://www.kurier-dachau.mp-muenchen.de/%E2Wir+sammeln+Lebensmittel+und+keinen+Abfall%E2%9C_6784.html

Anmerkung zum Begriff Neofeudalismus:

http://philosophische-praxis.at/19_neofeudalismus.html
Legitimiert wurde der Feudalismus ursprünglich als göttliche Ordnung. Heute legitimiert sich der Neofeudalismus durch eine religiös überhöhte Staatsgläubigkeit. Und so wie die klassischen Feudalherrn das Mäzenatentum für sich in Anspruch nahmen, haben die heutigen Neofeudalen die „soziale Frage“ für sich gepachtet, d.h. sie sind Gutmenschen, die aber ausschließlich auf Kosten anderer gut sein können und es demnach gar nicht sind. (Eugen Maria Schulak aus Wien schulak@philosophische-praxis.at)

Axel Mende







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