Altersarmut: 48 Prozent der Rentner bekommen weniger als 800 Euro im Monat.


Bildmontage: HF

12.07.18
SozialesSoziales, Debatte 

 

Von Reinhold Schramm

»Drohende Altersarmut. Fast jede zweite Rente liegt unter 800 Euro. Wer in Deutschland in den Ruhestand geht, der droht nach Angaben der Linken künftig immer öfter, in Armut abzurutschen. 48 Prozent der Rentner bekommen schon jetzt weniger als 800 Euro im Monat.«

Vgl. Spiegel-Online *

Kommentar

SPON, 12.07.2018, Nr. 122.

Beziehung aus Liebe, oder eine Pensions- bzw. Rentenehe ?

Mit Ausnahme der weiblichen (langjährig staatlichen) Angestellten und Beamtinnen, in den alten und neuen Bundesländern, liegen die erarbeiteten gesetzlichen Renten (GRV) für Frauen in allen westdeutschen Bundesländern im Durchschnitt deutlich unterhalb der gesetzlichen Grundsicherung, unter dem Hartz-IV-Niveau. Die Durchschnittsrenten für Frauen in den ostdeutschen Bundesländern liegen um mehrere Hundert Euro über den westdeutschen GRV-Renten. Die Altersrenten für ostdeutsche Frauen liegen knapp unterhalb der GRV-Durchschnittsrente der westdeutschen Männer. Das durchschnittliche Niveau der gesetzlichen Altersrente für Männer in West- und Ostdeutschland hat sich nahezu angeglichen. Eine Differenz ergibt sich aus der zusätzlichen privaten und betrieblichen Alterssicherung für westdeutsche Männer. Die Differenz in der Altersrente, zuungunsten westdeutscher Frauen, erklärt sich aus dem längeren Erwerbsleben ostdeutscher Frauen.

Nach Gründung der westdeutschen Bundesrepublik befanden sich Millionen Frauen in einer (willigen) Rentenehe. Hieraus ergibt sich auch ihre materielle und soziale Abhängigkeit vom männlichen Lebenspartner. In Ostdeutschland wurde die Frau bereits früh aus ihrer beruflichen Entmündigung befreit, aber damit noch lange nicht von der Hausarbeit. Allerdings kümmerte sich die ostdeutsche Gesellschaft (und Politik) auch rechtzeitig um die Versorgung der Kinder, um der Frau eine Erwerbsarbeit zu ermöglichen.


Erst heute ist man zunehmend auch in der westdeutschen Gesellschaft (und Politik) bereit, um Frauen ein finanziell unabhängiges Erwerbsleben zu ermöglichen (in Bayern gibt es da noch Probleme). In früheren Jahrzehnten unterlag die Erwerbstätigkeit der ostdeutschen Frau und die staatliche Obhut von deren Kindern der bürgerlichen (westdeutschen) Diffamierung. Die Folgen dieser falschen Einstellung und westdeutschen Politik spiegeln sich heute auch in der Rentenarmut der (westdeutschen) Frau und in der finanziellen Abhängigkeit von der Rente bzw. Pension des Mannes in der “Rentenehe“ bzw. Beamtenehe (Pensionsehe).


Es bleibt noch ein weiter Weg bis zur bürgerlichen Emanzipation und Gleichstellung der Frau, auch bei der Rente. Dieses Problem existiert so nicht für Beamtinnen (20 %) und weibliche Vorstandsmitglieder (unter 1 %).

 

* Vgl. Spiegel-Online am 12.07.2018: Drohende Altersarmut. Fast jede zweite Rente liegt unter 800 Euro.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rente-fast-jede-zweite-rente-liegt-unter-800-euro-drohende-altersarmut-a-1218004.html

 

12.07.2018, R.S.







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